Junge Afghanin träumt von mehr Gleichberechtigung in ihrer Heimat

Die 16-jährige Madina aus Afghanistan erzählt in einer neuen Fotoserie von ihren Träumen, sie hofft auf die Gleichberechtigung von Frauen in ihrem Heimatland

Madina träumt davon, Mädchen in ihrer afghanischen Heimat zu unterstützen © UNHCR/Humans of Amsterdam/Fetching_Tigerrs

BRÜSSEL, Belgien – „Daheim würden die Leute mir sagen, dass ich andere Schuhe anziehen muss, weil es Schuhe für Jungs seien“, sagt die 16-jährige Madina aus Afghanistan. „Hier in Belgien interessiert es die Menschen nicht, ob ich Turnschuhe zu einem Kleid trage.“

In Belgien hat Madina Zuflucht vor dem Konflikt in ihrem Heimatland gefunden. Es gibt nur eine Sache, die sie gerne ändern würde. „In Afghanistan werden Mädchen und Jungs nicht gleich behandelt. Mein grösster Traum ist es, eine Schule für Mädchen aufzubauen, damit sie dort Lesen und Schreiben lernen. Ich möchte, dass alle Mädchen in Afghanistan wissen, dass sie alles machen können, was auch Jungs tun“, sagt sie.

Madina ist eines von 12 Kindern und Jugendlichen in Europa, die in einem neuen Online-Projekt ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Nachdem die jungen Flüchtlinge und Asylsuchenden eine neue Heimat in Österreich, Belgien, Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz gefunden haben, wagen sie im Projekt Dream Diaries wieder zu träumen.

Die Fotoserie wurde von der Humans of Amsterdam-Fotografin Debra Barraud, ihrem Kollegen Benjamin Heertje, der Online-Grafikerin Annegien Schilling, dem Filmemacher Kris Pouw und UNHCR, der UN-Flüchtlingsorganisation, produziert.

„Ich möchte, dass alle Mädchen in Afghanistan wissen, dass sie alles machen können, was auch Jungs tun.“

Es ist Madinas grosser Traum eines Tages eine Schule zu bauen und afghanische Mädchen zu fördern. Seit zweieinhalb Jahren lebt sie mit ihrer Mutter in Brüssel in Sicherheit. Mit der Zeit hat sie neues Selbstvertrauen gefunden und kann ganz sie selbst sein.

„In Afghanistan waren viele Dinge nicht so einfach. Ich durfte zum Beispiel nicht Fussball spielen oder bestimmte Kleidung tragen.“, erzählt sie. „Seit wir in Brüssel leben, ist alles ganz anders. Ich kann Freundschaften schliessen, mit wem ich möchte. Ich kann Fussball spielen und anziehen, was ich will.“

Im Jahr 2017 haben über 12.000 Asylsuchende Flüchtlings- oder subsidiären Schutz in Belgien erhalten. Die meisten von ihnen sind aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak vor Krieg und Verfolgung geflohen.

Weltweit sind über die Hälfte der Flüchtlinge Kinder, und viele verbringen ihre ganze Kindheit weit weg von Zuhause. Mit der entsprechenden Unterstützung können sie jedoch Wege finden, damit umzugehen und sich eine neue Zukunft aufbauen.

„Wenn Kinder aus ihrer Heimat fliehen müssen, lassen sie alles zurück, ausser ihre Hoffnungen und Träume“, sagt Co-Produzentin Debra Barraud, deren Humans of Amsterdam-Fotoprojekt fast eine halbe Million Menschen auf Facebook folgen. „Die Dream Diaries haben uns gezeigt, welche Kraft in diesen Kindern steckt. Mit der richtigen Unterstützung können sie alles erreichen.”

Alle, die die Fotos sehen, werden dazu aufgerufen, sich solidarisch mit Flüchtlingen zu zeigen und die UNHCR-Petition #WithRefugees zu unterzeichnen. Die Petition fordert EntscheidungsträgerInnen dazu auf, Sicherheit, Bildung und Chancen für Flüchtlinge zu gewährleisten – um ihre Träume wahr werden zu lassen. Sie können den Dream Diaries über die sozialen Netzwerke von Humans of Amsterdam, Fetching Tigerss und dem Facebook-Account von UNHCR folgen.

Madina hat eine einfache Antwort auf die Frage, was sie glücklich macht:

„Religionsfreiheit, Gedankenfreiheit und Meinungsfreiheit”, sagt sie. „Es macht mich glücklich, wenn Mädchen überall auf der Welt mit Jungs gleichziehen.“

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