UNHCR stellt aus Sicherheitsgründen operative Arbeit in Transitzentrum in Tripolis ein

Der sich verschärfende Konflikt gefährdet die Sicherheit der in der „Gathering and Departure Facility“ untergebrachten Menschen und der MitarbeiterInnen.

Die „Gathering and Departure Facility“ in Tripolis. © UNHCR/Caroline Gluck

Da sich der Konflikt in Tripolis, Libyen, weiter zuspitzt, gab UNHCR heute, am 30. Januar 2020, bekannt, dass die operative Arbeit in der „Gathering and Departure Facility“ (GDF) aus Sorge um die Sicherheit und den Schutz der untergebrachten Menschen und der MitarbeiterInnen eingestellt wird.

„Leider hatte UNHCR keine andere Wahl, als die Arbeit in der GDF in Tripolis einzustellen, nachdem wir erfahren haben, dass nur wenige Meter entfernt von Einrichtungen, in denen Asylsuchende und Flüchtlinge untergebracht sind, Trainingsübungen mit Polizei- und Militärpersonal stattfinden“, so Jean-Paul Cavalieri, UNHCR-Missionschef in Libyen.

„Wir befürchten, dass das gesamte Gebiet ein militärisches Ziel wird und damit das Leben von Flüchtlingen, Asylsuchenden und anderen Menschen weiter gefährdet“, fügte er hinzu.

UNHCR hat begonnen, Dutzende von besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen, die bereits für Resettlement oder die Evakuierung in Drittländer ausgewählt wurden, von der Einrichtung an sicherere Orte zu bringen.

UNHCR wird auch die Evakuierung Hunderter anderer Menschen in städtische Gebiete vorbereiten. Darunter sind rund 400 Asylsuchende, die das Haftzentrum in Tajoura nach einem Luftangriff im vergangenen Juli verlassen hatten, sowie rund 300 Asylsuchende aus dem Haftzentrum in Abu Salim, die von Behörden unerwartet aus der Haft entlassen worden waren und im vergangenen November in die GDF-Einrichtung gekommen sind. Alle werden im „Community Day Center“ von UNHCR in Tripolis mit Bargeld, Hilfsgütern und medizinischer Hilfe versorgt.

„Andere wichtige Aspekte unserer Arbeit in Libyen laufen weiterhin auf Hochtouren und wir hoffen, dass wir unsere Arbeit bei der GDF wieder aufnehmen können, sobald diese sicher ist“, sagte Cavalieri.

Am 2. Januar äußerte UNHCR ernste Bedenken, nachdem drei Mörsergranaten in der Nähe des GDF einschlugen und Fragmente in der Nähe eines Lagerhauses dieses Gebäudekomplexes niedergingen.

Die „Gathering and Departure Facility“, die unter die Zuständigkeit des Innenministeriums fällt, wurde als Transitzentrum für Flüchtlinge gebaut, die bis zu ihrer Evakuierung aus Libyen dort untergebracht werden. Seit Dezember 2018 wurden fast 1.700 ehemals inhaftierte Flüchtlinge über das Transitzentrum aus Libyen in Sicherheit gebracht. Mit fast 900 Personen, die seit Juli spontan in die GDF kamen, war es stark überfüllt und konnte nicht mehr als Transitzentrum genutzt werden.

UNHCR fordert weiterhin alle Konfliktbeteiligte auf, die Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur zu schützen.