Mehr Resettlement-Plätze benötigt: Kaum 5 von 100 schutzbedürftigen Flüchtlingen konnten 2019 aufgenommen werden

Die Zahl der Resettlement-Plätze für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge ist weiterhin zu niedrig. 2020 sollen 31 Länder bis zu 70.000 Flüchtlinge aufnehmen.

Ein syrischer Flüchtling steht im Oktober 2019 mit seinen Kindern im Alter von fünf und zwei Jahren im Lager Bardarash in Duhok, Irak. © UNHCR/Hossein Fatemi

Von den schätzungsweise 1,4 Millionen Flüchtlingen, die weltweit dringend einen Resettlement-Platz benötigen, konnten im vergangenen Jahr nur 63.696 Personen im Rahmen dieses lebensrettenden Schutzinstrumentes aufgenommen werden.

Der Begriff „Resettlement“ bezeichnet die dauerhafte Neuansiedlung besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge in einem zur Aufnahme bereiten Drittstaat, der ihnen vollen Flüchtlingsschutz gewährt und ihnen die Möglichkeit bietet, sich im Land zu integrieren.

2018 konnten 55.680 Menschen über Resettlement aufgenommen werden. 2019 ist die Zahl der Flüchtlinge, die neu angesiedelt wurden, mit einem Plus von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, zwar leicht gestiegen, es besteht jedoch nach wie vor eine enorme Kluft zwischen dem Bedarf an Resettlement und den von den Regierungen weltweit zur Verfügung gestellten Plätzen.

„Resettlement ist keine Lösung für alle Flüchtlinge auf der Welt, aber es ist eine lebensrettende Maßnahme, um die Sicherheit von besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen zu gewährleisten, deren Leben oft davon abhängt“, sagte Grainne O’Hara, UNHCR-Direktorin für Internationalen Flüchtlingsschutz.

Den Großteil der Resettlement-Plätze stellten im vergangenen Jahr die Vereinigten Staaten zur Verfügung, gefolgt von Kanada, Großbritannien, Schweden und Deutschland.

Von den mehr als 63.000 Flüchtlingen, die im vergangenen Jahr über Resettlement aufgenommen wurden, stammten die meisten aus Syrien, der Demokratischen Republik Kongo und Myanmar.

Der Ausbau von Resettlement und anderer Möglichkeiten zur Aufnahme von Flüchtlingen, wie Familienzusammenführung oder Aufenthaltsbewilligungen für Arbeit und Studium, ist eines der Hauptziele des Globalen Pakts für Flüchtlinge.

Es ist ein konkreter Weg für Staaten, die Verantwortung zu teilen und Solidarität mit jenen Ländern zu zeigen, die viele Flüchtlinge aufnehmen.

Um einen Ausbau von Resettlement und weiteren Aufnahmemöglichkeiten voranzutreiben und die Zahl der Länder, die am Resettlement-Programm teilnehmen, zu erhöhen, wurde im vergangenen Jahr von Regierungen, NGOs, der Zivilgesellschaft und UNHCR eine Dreijahresstrategie zu Resettlement und komplementären Zugangswegen ins Leben gerufen.

Das Ziel der Strategie, bis 2019 60.000 Neuansiedlungen in 29 Staaten durchzuführen, wurde erreicht. UNHCR ist jedoch weiterhin besorgt, dass nach den derzeitigen Prognosen in diesem Jahr weniger Flüchtlinge über Resettlement-Programme aufgenommen werden können. 2020 sollen in 31 Ländern bis zu 70.000 besonders schutzbedürftige Flüchtlinge im Rahmen des Resettlement-Programmes von UNHCR Schutz finden.

Die Erhöhung der Resettlement-Plätze und die Erweiterung der Liste jener Länder, die Flüchtlinge im Rahmen des Resettlement-Programms und anderer Möglichkeiten aufnehmen, sowie die Sicherung der Integrität des Resettlement-Programms, zählen zu den Prioritäten von UNHCR in diesem Jahr.

UNHCR und IOM haben eine gemeinsame Initiative, die „Sustainable Resettlement and Complementary Pathways Initiative“ (CRISP), ins Leben gerufen, um Ziele im Resettlement-Bereich zu erreichen und appellieren an die Staaten, die notwendige finanzielle Unterstützung in Höhe von 19,9 Millionen US-Dollar bereitzustellen.