UNHCR stellt nach massiver Explosion in Beirut schnelle Hilfe bereit

Nach der Katastrophe im Libanon werden besonders Unterkünfte und medizinische Versorgung gebraucht. Viele Flüchtlinge sind ebenfalls betroffen.

Ein Mann bringt nach der Explosion im Hafen von Beirut im Libanon ein verletztes Kind in Sicherheit. © Ritzau Scanpix

UNHCR, das UN-Flüchtlingshilfswerk und andere humanitäre Partner im Libanon stellen schnelle Hilfe zur Verfügung, um die Bemühungen der Regierung nach der verheerenden Explosion zu unterstützen, die am Dienstag (4. August) Beirut erschütterte.

Angesichts der Auswirkungen der massiven Detonation befürchten wir, dass sich unter den Opfern und Verletzten auch Flüchtlinge befinden könnten, die in Beirut leben. Zu den Gebieten, die von der Katastrophe schwer betroffen waren, gehören auch Stadtviertel, in denen Flüchtlinge wohnen. Zwar hat UNHCR noch kein vollständiges Bild der Lage, dennoch liegen uns erste, noch unbestätigte Berichte über mehrere Todesopfer unter den Flüchtlingen in der Stadt vor. Wir arbeiten mit den Rettungsteams und anderen humanitären Helfern zusammen, um bei der Identifizierung der Opfer zu helfen und den trauernden Familien beizustehen.

Alle UNHCR-Mitarbeiter*innen sind wohlauf und ihre Aufenthaltsorte konnten mittlerweile festgestellt werden.

Unsere unmittelbaren humanitären Bemühungen konzentrieren sich auf drei Schlüsselbereiche – Unterkünfte, Gesundheit und Schutz.

Die Wohnungen und Häuser hunderttausender Menschen wurden durch die Explosion ganz oder teilweise zerstört. Der Bedarf an Unterkünften ist deshalb enorm. UNHCR stellt seine landesweiten Lagerbestände an Unterkunftssets, Plastikplanen, Großzelten und zehntausende andere wichtige Hilfsgüter wie Decken und Matratzen zur sofortigen Verfügung.

Außerdem setzen wir unsere laufenden Gesundheitsmaßnahmen gegen COVID-19 auch in dieser jüngsten Notsituation fort. In einer ersten Phase wurden mehr Betten- und Intensivbettenkapazitäten aufgebaut. Diese Phase wurde letzte Woche abgeschossen und umfasst unter anderem medizinisches Material, Beatmungsgeräte, Patientenbetten und Ventilatoren. Eine zweite Phase wird angesichts der Auslastung der Krankenhäuser beschleunigt vorangetrieben. Diese Unterstützung wird dazu beitragen, den Druck auf die derzeit überlasteten Krankenhäuser zu verringern und die rasche Behandlung von mehr Patienten zu ermöglichen. Diese zusätzlichen Kapazitäten stehen allen Hilfesuchenden zur Verfügung.

Schutzfragen sind ein weiterer kritischer Interventionsbereich in der gegenwärtigen Notfallreaktion von UNHCR, insbesondere im Bereich der psychischen Gesundheit und der psychosozialen Unterstützung. Die Aufnahmezentren des UNHCR im ganzen Land, darunter auch in Beirut, stehen für kritische Fälle/Notfälle offen, wobei alle COVID-bezogenen Maßnahmen aufrechterhalten werden. Auch das landesweite Callcenter von UNHCR sowie die regionalen Hotlines im ganzen Land sind voll besetzt, um auf Hilfsersuchen reagieren zu können.

Die massive Explosion trägt zu der ohnehin schon schweren Wirtschaftskrise bei, die viele Libanesen und Flüchtlinge noch tiefer in die Armut getrieben hat und die durch die COVID-19-Pandemie noch verschärft wurde. UNHCR ruft die internationale Gemeinschaft dazu auf, dem Libanon zur Seite zu stehen, Solidarität zu zeigen und dem Land und seiner Bevölkerung, die großzügige Gastgeber für Flüchtlinge sind, rechtzeitig und substanziell zu helfen.