Brände in Moria: UNHCR verstärkt Unterstützung für betroffene Asylsuchende

UNHCR hat den griechischen Behörden Unterstützung angeboten und leistet Nothilfe vor Ort, um Betroffene und besonders verletzliche Menschen zu schützen.

Brand beschädigte Unterkünfte für Flüchtlinge und Asylsuchende im Camp Moria, Lesbos, Griechenland. © UNHCR/UNHCR

UNHCR, das UN-Flüchtlingshilfswerk, ist schockiert und traurig über die Ereignisse dieser Woche auf der Insel Lesbos, wo eine Reihe von Bränden fast das gesamte Aufnahmezentrum in Moria zerstört und tausende Männer, Frauen und Kindern obdachlos gemacht haben.

Nachdem das erste Feuer, das am Abend des 8. September ausbrach, tausende Unterkünfte und Gemeinschaftsräume schwer beschädigt hatte, wurden am Abend des 9. September und gestern, am 10. September, weitere Brände gemeldet. Die jüngsten Brände hatten Auswirkung auf die angrenzenden Felder neben dem „Moria Reception and Identification Center“ (RIC). Dort, im sogenannten „Olivenhain“, wurden die letzten noch verfügbaren Unterkünfte zerstört.

Obwohl bisher keine Opfer gemeldet wurden, haben die Brände in den letzten Nächten dazu geführt, dass 11.500 Asylsuchende, darunter 2.200 Frauen und 4.000 Kinder unter freiem Himmel, auf den Straßen, Feldern und Stränden schlafen mussten. Unter ihnen sind besonders verletzliche Menschen, sehr kleine Kinder, schwangere Frauen, ältere Menschen und solche mit Behinderungen.

UNHCR hat den griechischen Behörden Unterstützung angeboten, um die von den Bränden betroffenen Asylsuchenden zu schützen. Ressourcen und entsprechende Hilfe wurden mobilisiert. UNHCR leistet Nothilfe, um sicherzustellen, dass die Menschen nicht im Freien schlafen.

Die Coronavirus-Pandemie trägt zusätzlich zu der bereits verzweifelten Situation bei. Menschen, die positiv auf COVID-19 getestet wurden, müssen so schnell wie möglich mit besonderer Betreuung, Isolation und Behandlungsvorkehrungen sowie medizinischer Unterstützung versorgt werden. UNHCR hat allen, die sich bisher im RIC aufhielten, geraten, ihre Bewegungen einzuschränken, bis vorübergehende Lösungen gefunden werden.

Inmitten dieser sehr herausfordernden und dynamischen Situation fordern wir alle dringend auf, sich in Zurückhaltung zu üben und von Handlungen oder Rhetoriken abzusehen, die die Spannungen verschärfen könnten.

Während sich die Behörden um sofortige Unterbringungsmöglichkeiten bemühen, drängt UNHCR darauf, dass langfristige Lösungen für Flüchtlinge und Asylsuchende in Moria und anderen Orten auf den griechischen Inseln gefunden werden müssen. UNHCR weist seit langem auf die Notwendigkeit hin, sich mit der Situation und den Bedingungen für Asylsuchende auf den Ägäischen Inseln zu befassen. Die Vorfälle auf Moria zeigen, dass es seit langem notwendig ist, Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen zu ergreifen, die Überbelegung zu verringern sowie die Sicherheit, die Infrastruktur und den Zugang zu Unterstützung in allen fünf Aufnahmezentren auf den griechischen Inseln zu verbessern.

Um auf die dringenden Schutzbedürfnisse von Asylsuchenden in Griechenland zu reagieren, setzt sich das UNHCR weiterhin für mehr Unterstützung auch von europäischen Ländern und EU-Institutionen ein, etwa durch die beschleunigte Aufnahme unbegleiteter Kinder und anderer besonders gefährdeter Menschen. UNHCR begrüßt die Ankündigungen, die in den letzten Tagen von europäischen Ländern gemacht wurden, unbegleitete Minderjährige und Familien mit Kindern aus Griechenland aufzunehmen.