Bekanntgabe der GewinnerInnen des Jugendwettbewerbs „Zeichne für Flüchtlinge“

Mehr als 2000 junge Menschen aus 100 Ländern nehmen am Zeichenwettbewerb teil und zeigen auf kreative Weise, dass jeder im Kampf gegen das Coronavirus zählt.

Noémie aus Frankreich reichte diese Zeichnung einer Superheldin ein. Inspiriert wurde sie von einem geflüchteten sudanesischen Mädchen aus einem vom UNHCR’s Instagram Posts. © UNHCR/UNHCR

Mehr als 2000 Kunstwerke aus 100 Ländern, jeder vierte TeilnehmerIn selbst ein Flüchtling: UNHCR, das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, hat die GewinnerInnen eines weltweiten Zeichenwettbewerbs bekanntgegeben. Die Aufgabe war Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 25 Jahren im April dieses Jahres inmitten der Corona-Pandemie gestellt worden: Verarbeitet künstlerisch, dass jeder, auch Flüchtlinge, im Kampf gegen das Virus zählt.

Eingeschickt wurden Zeichnungen und Comicstrips und die sieben besten Werke wurden von dem japanischen Studio Speed Inc in Animationen verwandelt. Etwa die lachende Superheldin mit der Beinprothese, gezeichnet von Noémie, 16, aus Frankreich. Oder dem Schwertkämpfer gegen das Virus von Nesime, 16, aus Afghanistan. Mukah, 24, aus Kamrun zeichnete UNHCR-Hubschrauber, die sich trotz Virus zu Flüchtlingen in Not durchkämpfen. Und Alfa, 25, aus der DR Kongo, stellte das UNHCR-Logo mit den Händen, die Flüchtlingen Schutz geben, nach.

UNHCR kürte zudem noch fünf regionale GewinnerInnen nach Weltregionen, fünf Preise für Cartoons und 20 „besondere Erwähnungen“. Die Liste der GewinnerInnen und die ausgezeichneten Arbeiten finden sich hier.

„Als die Pandemie losging, haben uns viele junge Leute gefragt, wie sie helfen könnten, während sie doch zu Hause eingeschlossen seien“, sagt Pauline Eluère, die die Initiative bei UNHCR geleitet hat. „Wir haben deshalb diesen Wettbewerb gestartet, um ihre Kreativität für eine gute Sache zu nutzen. Und wir haben uns gedacht, dass Kunst ein guter Weg ist, die Botschaft mit Leben zu erfüllen.“

Die TeilnehmerInnen haben nicht nur ihre Kunst geteilt, sondern auch Zeichen der Solidarität:

Ivanna, 16, aus Peru: „Diese Quarantäne hat mir gezeigt, dass ich dankbarer für das sein sollte, was ich habe. Ich glaube, viele von uns beklagen sich, weil wir eingesperrt sind oder unsere Freunde vermissen, aber wir denken nicht an andere. Erinnern wir uns daran, dass wir nicht die Einzigen auf der Welt sind, und dass wir uns gegenseitig unterstützen müssen.“

Nesime, 16, aus Afghanistan: „Es stimmt, dass das Coronavirus jetzt ein Teil unseres Lebens ist, aber wir sollten uns keine Sorgen machen. Wir sollten gemeinsam kämpfen, um das Coronavirus zu besiegen. Ich lebe jetzt in Griechenland. Die Menschen haben ein Bild von mir in ihren Köpfen, aber ich bin, wer ich bin.“

Alle GewinnerInnen bekommen eine besondere Packung mit Zeichenstiften der Schweizer Firma Caran d’Ache, einem Partner von UNHCR für diese Initiative. „Caran d’Ache ist stolz, diesen Kunstwettbewerb zu unterstützen“, sagte Catherine Bagnoud von dem Unternehmen aus Thônex bei Genf. „Wenn Kunst sich einer guten Sache widmet, machen wir es uns zur Aufgabe, das zu unterstützen.“

Die GewinnerInnen wurden von einer Jury aus InfluencerInnen, KünstlerInnen, AnimationsexpertInnen, Flüchtlingen und PartnerInnen ausgewählt. Dazu gehörten mehrere Good Will Ambassadors von UNHCR und hochkarätige UnterstützerInnen wie der japanische Musiker MIYAVI, die syrische Pilotin Maya Ghazal, selbst ein Flüchtling, der britische Schauspieler Douglas Booth, die amerikanische Schauspielerin Kat Graham und ihre britische Kollegin Gugu Mbatha Raw.

Weitere Jurymitglieder waren Geoffrey Wexler, Chief, International im Studio Ponoc, Roland Kelts, Journalist und Autor von Japanamerika, Nina Cosford, Künstlerin und Botschafterin von Caran d’Ache, und O’Plérou, ivorischer Emoji-Designer. Mehrere Mitglieder des Global Youth Advisory Council des UNHCR waren ebenfalls in der Jury vertreten, nämlich die Flüchtlinge Foni Joyce Vuni aus dem Südsudan, Arash Bordbar aus Iran, Faridah Luanda aus der DR Kongo und Ismael Gamboa-Ocampo, ein Vertriebener in Kolumbien.

„Die Zeichnungen vermittelten eine Botschaft der Widerstandskraft“, sagt Foni Joyce Vuni: „Ich liebe es, dass sie zeigen, dass wir (Flüchtlinge) etwas zu geben haben: Fähigkeiten, Liebe, Zeit, Fürsorge. Manchmal geht es nicht um die grossen Dinge, sondern um unsere Anstrengungen, um füreinander da zu sein“, sagte Foni Joyce Vuni.

Kat Graham fügte hinzu: „Ich war von den Zeichnungen sehr inspiriert. Wenn Einheit, Stärke und Mitgefühl auf die kreativste Art und Weise gezeigt werden, bestätigt dies, dass wir alle gemeinsam in dieser Situation stecken.“

UNHCR möchte die jüngeren Generationen dazu inspirieren, Menschen, die gezwungen sind, vor Gewalt und Verfolgung zu fliehen, stärker einzubeziehen. Wir tun dies durch eine Reihe von Initiativen, die junge Menschen ermutigen, zu lernen, kreativ zu sein, zu streiten, sich freiwillig zu engagieren und Lösungen zu gestalten.