Informationen zur Impfung von Flüchtlingen und Asylsuchenden gegen Corona

Nachfolgend haben wir Basisinformationen für Betroffene und nützliche Links mit weiteren Informationen zusammengestellt. Sie beruhen auf Angaben der WHO, des Schweizer Bundesamtes für Gesundheit (BAG) und dem Amt für Gesundheit (AG) von Liechtenstein.

In der Schweiz sind bisher zwei Impfstoffe zugelassen. Die Impfung begann am 4. Januar 2021. Gefährdete Personen werden zuerst geimpft.


 

Warum sich impfen lassen?

Die Mehrheit der infizierten Personen entwickelt nur milde oder gar keine Symptome. Dennoch kommt es bei einem Teil der Erkrankten zu schweren Verläufen, insbesondere bei besonders gefährdeten Personen (weitere Informationen, Website in mehr als 20 Sprachen verfügbar).

Bei ca. 15 Prozent der hospitalisierten Patienten ist eine Intensivbehandlung im Spital notwendig. Ca. 1 Prozent der bekannten Covid-19-Fälle in der Bevölkerung sterben.

Die Ziele der Covid-19-Impfung sind deshalb:

  1. Schwere Krankheitsverläufe und die Todesfälle reduzieren.
  2. Die Gesundheitsversorgung sicherstellen.
  3. Die negativen gesundheitlichen, psychischen, sozialen sowie wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie reduzieren.

Impfstoffe zu entwickeln und herzustellen, ist komplex und aufwändig. Die Anforderungen an die Qualität, die Wirksamkeit und insbesondere die Sicherheit sind hoch. Deshalb muss die Herstellung eines Impfstoffes unterschiedliche Entwicklungsphasen durchlaufen. Nur wenn eine Phase gute Ergebnisse zeigt, kommt der Impfstoff in die nächste Phase der Weiterentwicklung.


 

Wer ist für die Impfung verantwortlich?

In der Schweiz sind die kantonalen Behörden für öffentliche Gesundheitsmassnahmen zuständig, auch für Impfkampagnen gegen COVID-19. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Wohnkanton, wo Sie sich impfen lassen können.

Eine Liste der kantonalen Websites finden Sie unter ofsp-coronavirus.ch.

 


Wie wird die Impfung organisiert?

UNHCR befürwortet den Zugang zu Impfungen für alle betroffenen Personen. In der Schweiz wird Personen, die unter das Mandat von UNHCR fallen, der Zugang auf derselben Grundlage wie Staatsangehörigen gewährt. Die Impfung von Risikogruppen und anderen vorrangigen Gruppen begann am 4. Januar 2021. Liechtenstein hat am 18. Januar 2021 begonnen zu impfen. 

Gemäss der Covid-19-Impfstrategie ist die Impfung prioritär für besonders gefährdete Personen vorgesehen. Innerhalb der besonders gefährdeten Personen ist eine weitere Priorisierung notwendig. Dies weil in einer ersten Phase nicht genügend Impfdosen für alle besonders gefährdeten Personen verfügbar sind.

Folgende Personen erhalten zuerst Zugang zur Impfung:

  • Personen ab 75 Jahren
  • Personen mit chronischen Krankheiten mit höchstem Risiko, unabhängig vom Alter
  • Personen, die in einem Alters- und Pflegeheim wohnen. Auch das Personal, das mit Bewohnern in den Alters- und Pflegeheimen in Kontakt steht, hat die Möglichkeit, sich gleichzeitig impfen zu lassen.

Wenn Sie zu den Personen mit chronischen Krankheiten mit höchstem Risiko gehören: Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt wird Ihnen die Impfung sobald als möglich dringend empfehlen.

Danach folgen:

  • Personen zwischen 65 und 74 Jahren
  • Personen unter 65 Jahren und Personen mit chronischen Krankheiten, die noch nicht geimpft wurden

Nach den besonders gefährdeten Personen wird die Impfung auch den folgenden Zielgruppen in entsprechender Reihenfolge angeboten.

  • Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt / Betreuungspersonal von besonders gefährdeten Personen
  • Enge Kontakte (Haushaltsmitglieder, betreuende Angehörige) von besonders gefährdeten Personen
  • Personen in Gemeinschaftseinrichtungen mit erhöhtem Infektions- und Ausbruchsrisiko (z.B. Behindertenheime oder Bundesasylzentren)

Im weiteren Verlauf wird auch eine Impfung für Erwachsene möglich sein, die nicht unter die oben erwähnten Zielgruppen fallen.

Asylsuchende und Flüchtlinge, die nicht in Bundesasylzentren leben (und die nicht als besonders gefährdet gelten), haben mit der übrigen Bevölkerung Zugang zur Impfung.

Die Impfung von Kindern ist noch nicht vorgesehen. Es fehlen momentan die entsprechenden Studiendaten für diese Altersgruppen.

Impfungen sind in der Schweiz freiwillig. Eine Impfflicht für die Covid-19-Impfung ist nicht vorgesehen. Sie können selber entscheiden, ob Sie sich impfen lassen wollen.


 

Was ist mit Flüchtlingen und Asylsuchenden?

Wie bereits erwähnt, gehören Personen in Bundesasylzentren zu einer der Zielgruppen, die vor anderen Personen eine Impfung erhalten können. Die für die Asylzentren zuständigen Stellen können sich bei den kantonalen Gesundheitsämtern über die Organisation und den Zeitpunkt der Impfungen in den jeweiligen Einrichtungen informieren. Nach Einschätzung des Bundesamtes für Gesundheit dürften die Impfungen in den Bundesasylzentren im Frühjahr beginnen.

Asylsuchende und Flüchtlinge, die nicht in Bundesasylzentren oder kantonalen Unterkünften leben (und die nicht als besonders gefährdet gelten), haben mit der übrigen Bevölkerung Zugang zur Impfung.

Die Informationsseite des Bundesamtes für Gesundheit enthält Informationen in verschiedenen Sprachen (passen Sie die Sprachauswahl oben rechts an).

 


 

Was ist eine Impfung?

Impfungen gehören zu den wirksamsten und kostengünstigsten medizinischen Präventionsmassnahmen. Impfungen schützen vor gefährlichen Infektionskrankheiten. Sie reduzieren das Ansteckungs- und Erkrankungsrisiko der geimpften Person. Zudem schützen viele Impfungen auch vor der Übertragung der Krankheitserreger auf andere Personen. Dadurch werden indirekt auch ungeimpfte Personen geschützt.

Bei einer Impfung wird das Immunsystem mit dem Erreger einer Krankheit «bekannt gemacht», ohne dass die Krankheit ausgelöst wird. Dadurch wird das körpereigene Abwehrsystem für den Ernstfall vorbereitet. Bei einem späteren Kontakt mit dem Erreger kann das Abwehrsystem diesen schnell erkennen und unschädlich machen.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Seite Impfungen & Prophylaxe.

Swissmedic erklärt im Film, wie und warum Impfstoffe im Körper wirken.


 

Impfstrategie Liechtenstein

Für Asylsuchende und vorläufig Aufgenommene gelten dieselben Zugangskriterien für die Impfung wie für die restliche Wohnbevölkerung Liechtensteins, gemäss dem Ausländer- und Passamt (APA).

Das Amt für Gesundheit (AG) erklärt, dass die impfwilligen und impffähigen Bewohnerinnen und Bewohner der Alters- und Pflegeheime ab dem 18. Januar 2021 gegen das Coronavirus geimpft werden. Bei diesen handelt es sich um die am stärksten gefährdeten Personen. Das in der Pflege tätige Personal der Alters- und Pflegeheime, des Heilpädagogischen Zentrums, der Familienhilfe sowie des Landesspitals wird ebenfalls zeitnah die Möglichkeit zur Impfung erhalten. Daraufhin werden besonders gefährdete Personen der medizinischen Grundversorgung sowie die Einwohnerinnen und Einwohner in absteigendem Alter für die Impfungen berücksichtigt.

Ausschlaggebend für das Tempo der Impfungen in Liechtenstein sind die verfügbaren Impfdosen. Im ersten Quartal 2021 stehen die Risikogruppen im Mittelpunkt und im zweiten Quartal, also etwa ab April, ist die breite Bevölkerung an der Reihe, weil voraussichtlich erst dann genügend Impfstoff zur Verfügung stehen wird. Weitere Informationen

Im Folgenden verweisen wir auf wichtige Informationen, die vom Schweizer Bundesamt für Gesundheit zur Verfügung gestellt werden. Im Unterschied zur Schweiz werden in Liechtenstein die gesamten Kosten der Impfung vom Staat übernommen.