Searching for Syria

UNHCR und Google veröffentlichten im Mai eine Website, die Internetnutzern auf der ganzen Welt einen informativen und eindrücklichen Einblick in die syrische Flüchtlingskrise eröffnet. Im Zentrum steht dabei das erschreckende menschliche Leid, aber auch die humanitäre Unterstützung der Weltgemeinschaft für Millionen syrische Familien, die vor Krieg und Verfolgung flohen. Sie hilft den Menschen zu überleben und versucht, ihnen ihre Würde zurückzugeben.

Searching for Syria“ bringt UNHCR-Daten und persönliche Geschichten mit Google-Suchtrends und anderen Quellen zusammen, um Antworten auf die weltweit fünf häufigsten Suchanfragen zur syrischen Flüchtlingskrise zu geben:

  • Wie sah es in Syrien vor dem Krieg aus?
  • Was passiert in Syrien?
  • Wer ist ein Flüchtling?
  • Wohin fliehen syrische Flüchtlinge?
  • Wie kann ich syrischen Flüchtlingen helfen?

Die Antworten liefern kraftvolle und umfangreiche Multimedia-Inhalte – einige davon produziert von UNHCR, andere wurden von Google zur Verfügung gestellt.

Searching for Syria“ soll Mythen und Irrtümer über Syrien und Flüchtlinge ausräumen und bietet einen komplett neuen Blick auf die größte humanitäre Tragödie unserer Zeit“, sagte UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi. „Das ist ein fantastisches Projekt mit Google. Es erlaubt uns, die fünf drängendsten Schlüsselfragen über syrische Flüchtlinge und Vertriebene zu erkennen und zu beantworten. Gleichzeitig können wir so über die dringend notwendige Unterstützung und Finanzierung für unsere humanitäre Arbeit informieren.“

„Wir sind stolz, mit UNHCR bei der Entwicklung von „Searching for Syria“ zusammenzuarbeiten, um dabei zu helfen, Aufmerksamkeit auf die menschlichen Kosten des anhaltenden Konflikts und der Flüchtlingskrise zu lenken und darüber zu informieren“, sagte Jacquelline Fuller, Vizepräsidentin von Google.org. „Das Ausmaß der syrischen Flüchtlingskrise ist für viele von uns schwer vorstellbar, aber die Fragen zeigen, dass viele Menschen es verstehen wollen. Unter den häufigsten Suchanfragen in Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich im letzten Jahr war: Was passiert in Syrien?“

Im siebenten Jahr der Syrien-Krise, die die internationale Entschlossenheit und Fähigkeit zur Konfliktlösung auf die Probe stellt, sind mehr als fünf Millionen syrische Flüchtlinge zunehmenden Härten und Risiken ausgesetzt. Die Aufnahmegemeinden in den Nachbarländern tragen weiterhin auf unangemessene Weise die Hauptlast. Indes stehen die humanitären Bemühungen zugunsten syrischer Flüchtlinge unter Federführung von UNHCR vor großen Herausforderungen. So sind nur 17 Prozent der Gelder verfügbar, die dieses Jahr benötigt werden, um den unmittelbaren Hilfsbedarf der syrischen Flüchtlingsfamilien zu decken.

Über die syrische Flüchtlingskrise:

Seit Beginn des Syrien-Konflikts im März 2011 ist schätzungsweise die Hälfte der syrischen Bevölkerung zur Flucht gezwungen worden. Mehr als fünf Millionen leben als Flüchtlinge in den Nachbarländern. SyrerInnen sind damit die größte Flüchtlingsbevölkerung weltweit. Weitere 6,3 Millionen Menschen sind innerhalb Syriens auf der Flucht.

Neun von zehn syrischen Flüchtlingen leben in ländlichen oder städtischen Aufnahmegemeinden in den Nachbarländern. Nur rund zehn Prozent der fünf Millionen syrischen Flüchtlinge leben in Flüchtlingscamps.

Die Türkei ist mit knapp drei Millionen registrierten syrischen Flüchtlingen weltweit das Hauptaufnahmeland.

Im Irak befinden sich 236.772 registrierte Flüchtlinge.

Der Libanon hat mehr als eine Million syrische Flüchtlinge (1.011.366) aufgenommen. Ungefähr jeder Vierte im Libanon ist syrischer Flüchtling.

Der 2017er Hilfsplan zur Deckung des dringenden humanitären Bedarfs für syrische Flüchtlinge in den Nachbarländern ist nur zu 17 Prozent finanziert.