Mit der New Yorker Erklärung wurden zwei Prozesse angestoßen. Ein Prozess soll zum sogenannten UN-Migrationspakt führen, der andere zum Globalen Pakt für Flüchtlinge. Während der Weg zum Migrationspakt durch die UN-Mitgliedsstaaten geführt wird, wurde UNHCR durch die New Yorker Erklärung mit dem Flüchtlingspakt beauftragt.

Wichtiger Bestandteil der New Yorker Erklärung sind die Eckpunkte eines umfassenden Rahmenplans für Flüchtlingshilfemaßnahmen (CRRF). Der CRRF basiert auf dem Wunsch, international besser zusammenzuarbeiten und Verantwortung gerechter zu verteilen. Die New Yorker Erklärung beauftragt UNHCR mit der Einführung und Umsetzung des CRRF in konkreten Situationen –  in enger Koordination mit den entsprechenden Staaten, anderen UN-Organisationen und anderen wichtigen Akteuren. Darauf aufbauend wurde bis 2018 ein Globaler Pakt für Flüchtlinge erarbeitet, den der UN-Flüchtlingshochkommissar mit in seinen 2018er Jahresbericht an die Generalversammlung aufnehmen wird.

Was wird der Globale Pakt für Flüchtlinge beinhalten?

Der globale Pakt für Flüchtlinge besteht aus zwei Teilen:

  • Dem umfassenden Rahmenplan für Flüchtlingshilfemaßnahmen (CRRF), dem die Mitgliedstaaten durch die New Yorker Erklärung bereits zugestimmt haben, ergänzt durch eine Präambel und eine Schlussbemerkung.
  • Einem Maßnahmenprogramm ‚programme of action‘, das auf bewährte Praktiken aus der ganzen Welt zurückgreift und konkrete Handlungsweisen festlegt, die von den UN-Mitgliedsstaaten und anderen Ländern zur Umsetzung der Prinzipien aus der New Yorker Erklärung ergriffen werden müssen.

Das Programme of Action bietet eine Blaupause, um sicherzustellen, dass Flüchtlinge einen besseren Zugang zu Gesundheit und Bildung bekommen, die Möglichkeiten erhalten ihren Lebensunterhalt selbstständig bestreiten zu können und von Anfang an in ihre Aufnahmegemeinschaften inkludiert werden. Das Maßnahmenprogramm wird außerdem konkrete Wege aufzeigen, wie Aufnahmeländer besser unterstützt werden können. Dazu gehören unter anderem eine Ausweitung von humanitären Aufnahmeprogrammen oder die Bereitstellung von Experten und Fachwissen.

Der globale Pakt für Flüchtlinge ist eine einmalige Gelegenheit, internationale Maßnahmen zum Flüchtlingsschutz in langwierigen sowie in neuen Flüchtlingssituationen zu stärken. Er umfasst vier zentrale Ziele:

  1. Den Druck auf die Aufnahmeländer mindern.
  2. Die Eigenständigkeit und Widerstandsfähigkeit von Flüchtlingen fördern.
  3. Den Zugang zu Resettlement und anderen humanitären Aufnahmeprogrammen in Drittstaaten ausweiten.
  4. Die Bedingungen fördern, die eine Rückkehr in das Heimatland in Sicherheit und Würde ermöglichen.

Den globalen Pakt für Flüchtlinge können Sie hier in der offiziellen deutschen Übersetzung lesen.

Die New Yorker Erklärung setzt zudem einen unabhängig davon laufenden Prozess für die Verhandlungen über einen globalen Pakt für sichere, geordnete und reguläre Migration in Gang (GCM).

Der GCM enthält eine Reihe von Grundsätzen und Verpflichtungen zwischen den Mitgliedstaaten zur internationalen Migration in all ihren Dimensionen. Die Ausarbeitung des GCM wird von den Mitgliedstaaten geleitet, mit Unterstützung des Sonderbeauftragten des UN-Generalsekretärs für Migrationsfragen, IOM, UN-Sekretariat und anderen Interessensvertretern.

UNHCR wird zusammen mit diesen Akteuren arbeiten und Kohärenz und Eindeutigkeit zwischen den beiden Pakten sicherstellen. Dies betrifft vor allem themenübergreifende Bereiche wie Menschenschmuggel, Seenotrettung und Datenanalysen.

Zudem wurde UNHCR durch die New Yorker Erklärung gefragt seine Fachkenntnisse in die Erarbeitung des GCM einzubringen.

Wie ensteht der globale Pakt für Flüchtlinge?

Der globale Pakt für Flüchtlinge entsteht maßgeblich durch drei miteinander verbundene Prozesse:

 

  1. Die Anwendung des umfassenden Rahmenplans für Flüchtlingshilfemaßnahmen (CRRF) in einigen ausgewählten Ländern und Flüchtlingssituationen.
  2. Thematische Diskussionen über die wesentlichen Aspekte des CRRF mit UN-Mitgliedsstaaten, NGOs, Experten, akademischen Einrichtungen und weiteren maßgeblichen Akteuren. Schwerpunkte sind dabei: aktuelle regionale Maßnahmen für große Flüchtlingssituationen und Erfahrungen aus der Vergangenheit; Maßnahmen zur Aufnahme von Flüchtlingen; Unterstützung für unmittelbare und laufende Bedürfnisse von Flüchtlingen und Aufnahmegemeinschaften sowie dauerhafte Lösungen für Flüchtlinge. Erfahre mehr über die thematischen Diskussionen hier.
  3. Eine Bestandsaufnahme der erzielten Fortschritte und der ‚lessons learned‘. UNHCR wird darauf aufbauend einen ersten Entwurf des globalen Pakts ausarbeiten und in formalen Konsultationen mit den Mitgliedsstaaten besprechen.