Die sieben wichtigsten UNHCR-Forderungen an die Kandidaten zur Europawahl

Konflikte, Gewalt und Verfolgung zwingen mehr und mehr Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen. Die meisten von ihnen bleiben im eigenen Land oder fliehen in Nachbarländer, nicht nach Europa. Und obgleich nun weniger Menschen in Europa um Schutz nachsuchen, sterben immer noch zu viele einen tragischen Tod beim Versuch der Überquerung des Mittelmeers, auf ihrer Suche nach einer neuen Zukunft.

Die Europäische Union (EU) kann eine zentrale Rolle im europäischen und globalen Flüchtlingsschutz spielen, etwa indem sie die Umsetzung des Globalen Pakts für Flüchtlinge tatkräftig mithilft. Diese neue, weltweite Abmachung wird dazu beitragen, diejenigen Staaten besser zu unterstützen, in denen die meisten Flüchtlinge leben. Sie regt außerdem dazu an, die Verantwortung für den Schutz all derjenigen, die ihr Heimatland auf der Suche nach Schutz verlassen mussten, fairer zu verteilen. 

Gemeinsam können die EU-Mitgliedstaaten die Ankünfte von Menschen auf sichere und humane Weise gestalten – zum Wohl der Flüchtlinge und der Aufnahmegesellschaften. Durch die Unterstützung von Staaten außerhalb Europas kann die EU dazu beitragen, dass sich weniger Menschen auf gefährliche Fluchtrouten begeben und dass für Flüchtlinge tragfähige Lösungen gefunden werden, um ihnen nicht nur das Überleben zu sichern, sondern auch eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen.

Flüchtlinge weltweit besser schützen – innerhalb und außerhalb der EU.

Den Abgeordneten des nächsten Europäischen Parlaments bietet sich eine einzigartige Chance. Sie können:

Das Recht auf Sicherheit und Asyl schützen

 

Jeder Mensch, der vor Konflikt, Gewalt und Verfolgung flieht, hat das Recht, Schutz zu suchen.
Dazu zählt auch, wenn Menschen an Grenzen Asyl beantragen. Kinder sollten nie inhaftiert werden,
auch Erwachsene nur als letztes Mittel und nur auf beschränkte Zeit. Die Menschenrechte gelten für alle und müssen zu jeder Zeit geachtet werden.

Faire und schnelle Asylverfahren in der EU schaffen

Menschen, die vor Konflikt, Verfolgung und Gewalt fliehen und in der EU ankommen, müssen rasch identifiziert werden, damit ihnen Asyl und Unterstützung gewährt werden kann. Jene, die keinen Anspruch auf internationalen Schutz haben, müssen ebenso rasch identifiziert und in Würde und mit Respekt zurückgeführt werden.

Größere Solidarität zwischen EU-Mitgliedstaaten ermöglichen

Die Verantwortung für die Aufnahme und die Versorgung von Schutzsuchenden kann fair und pragmatisch geteilt werden, indem jene Staaten, die sehr viele Menschen aufnehmen, durch Transfers von Asylsuchenden in andere Länder entlastet werden.

Mehr legale Wege für Flüchtlinge schaffen, um Europa sicher zu erreichen

Zusätzliches und kontinuierliches Engagement der EU-Staaten für Resettlement und andere Aufnahmeprogramme heißt, dass weniger Menschen versuchen, über gefährliche Wege nach Europa zu kommen, um Schutz zu suchen.

Menschen aus Seenot retten

 

 

Viel zu viele Menschen sterben beim Versuch, das Mittelmeer zu überqueren. Mehr Such- und Rettungskapazitäten und sichere Häfen für Ankommende in Europa werden dringend benötigt. Außerdem müssen sich EU-Staaten darauf einigen, wo Gerettete sicher an Land gehen können.

Flüchtlinge in ihrer neuen Umgebung willkommen heißen

Menschen können sich ihr Leben schneller wieder aufbauen, wenn sie sich sicher fühlen, wenn die Aufnahmebedingungen stimmen und wenn sie ihre Menschenrechte – wie das Recht auf Bildung – wahrnehmen können. Wenn sie die Chance dazu bekommen, integrieren sich Flüchtlinge und tragen einen wesentlichen Teil zur Gesellschaft bei.

Flüchtlinge weltweit beim Neustart unterstützen

Unterstützung aus Europa wird Flüchtlingen auf der ganzen Welt beim Neustart helfen. Wenn sie eine Zukunftschance bekommen, werden sich weniger Flüchtlinge auf verzweifelte Weiterreisen begeben.

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