Lehrerin. Mutter. Frauenvertreterin.

„Am Weltfrauentag durfte ich ein Interview in einem lokalen Radiosender geben.“

Gisma, 28 Jahre alt: „Ich bin stolz darauf, die Frauen im Flüchtlingslager zu vertreten. Bis vor zwei Jahren wusste ich nichts über Frauenbelange und Kinderrechte. Ich war sehr glücklich, als ich ausgewählt wurde, um am Weltfrauentag ein Interview im lokalen Radiosender zu geben und mich gegen zu frühe Heiraten aussprechen zu können. Als Mitglied eines Frauenkomitees helfe ich, Flüchtlingskinder zu finden, die von ihren Familien getrennt sind und für sie Pflegefamilien zu finden.

Ich habe viel zu tun mit der Gemeindearbeit und wir haben immer wieder neue Ideen. Unsere neueste Initiative ist ein Teeladen von Frauen. Wir erarbeiten gerade einen Geschäftsplan; Sauberkeit, gute Bedienung und kaltes Wasser ziehen Kunden an.

Mit hat es schon immer Spaß gemacht neue Dinge zu lernen und mein Wissen zu teilen. Zuhause drehte sich mein ganzes Leben um die Bildung. Morgens habe ich in der Sekundärschule unterrichtet und am Nachmittag Studenten. Abends habe ich mich um meinen Mann und die Kinder gekümmert. Wir hatten ein schönes Haus, mit Strom, Klimaanlage und einem Kühlschrank. Ich vermisse diese Zeit.”

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(c) UNHCR/R.Nuri/2015

Gisma lebt als Flüchtling in Gendrassa, einem von 10 Flüchtlingslagern im Südsudan. Sie musste Anfang 2012 aus der Stadt Bau im Bundesstaat Blue Nile fliehen, als ein Konflikt zwischen Regierungstruppen und Opposition ausbrach. „Ich war geschockt und hatte Angst, als ich von den kaltblütigen Exekutionen und Massenvergewaltigungen in meinem Dorf hörte,“ erzählt sie. Gisma war damals schwanger und beschloss mit ihrem Mann und der Tochter um ihr Leben zu rennen. „Wir liefen und versteckten uns mehr als drei Monate bevor wir den Südsudan erreichten. Ich wurde krank auf der Flucht und hatte kurz nachdem wir die Grenze überquert hatten eine Fehlgeburt.“ Diese traurigen Erinnerungen verfolgen sie noch immer: „Ich werde nie vergessen, was wir durchgemacht haben, aber das Leben geht weiter. Mein Traum ist, die Universität zu beenden und Englisch zu lernen.“

Flüchtlinge sind Menschen wie Du und ich, die schwierige Zeiten erleben. Teile ihre Geschichten.

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