Helena Christensen

lernt Maribeth kennen, eine Mutter, Köchin und Tänzerin.

Im Zuge des Weltflüchtlingstags besuchte die dänische Fotografin Helena Christensen binnenvertriebene Frauen in Kolumbien. Nach einer Besichtigung der UNHCR-Büros traf sie sich mit Frauen, die in einem der weltweit längsten Konflikte großen Mut beweisen.

Helena besuchte und fotografierte Maribeth, die in den Slums vor Bogota in Kolumbien lebt. Maribeth ist eine Binnenvertriebene und wurde schon mehrmals dazu gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen. Wie alle anderen Flüchtlinge und Binnenvertriebene ist Maribeth aber natürlich noch viel mehr als das: Sie ist auch eine Mutter, eine Köchin und eine Tänzerin.

So beschreibt Helena die Begegnung: „Im Ort Soacha, der von Sandgruben umgeben ist und etwa eine Stunde vor Bogota liegt, trafen wir Maribeth, 41. Sie ist eine beeindruckende Person, die im Viertel Altos de la Florida lebt und als Köchin und traditionelle Tänzerin arbeitet. Sie verkauft unglaublich leckere Gerichte aus Reis, Fleisch und vielen Gewürzen, die in Bananenblätter eingewickelt und gedämpft werden. Sie hat vier Kinder im Alter von 19, acht und sechs Jahren und liebt den traditionellen Choco-Tanz, für den sie im Viertel sogar Unterricht gibt! Sie sagt: ‚Mein Geist ist frei, wenn ich tanze, ich bin dann in einer anderen Welt‘.“

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Maribeth und ihre Kinder zu Hause (c) UNHCR/H. Christensen (2015)

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Maribeth in ihrer Küche. „Sie verkauft unglaublich leckere Gerichte aus Reis, Fleisch und vielen Gewürzen, die in Bananenblätter eingewickelt und gedämpft werden.“, erzählt Helena. (c) UNHCR/H. Christensen (2015)

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Maribeth tanzt vor ihrem Haus im kolumbianischen Soacha. Sie sagt: "Mein Geist ist frei, wenn ich tanze, ich bin dann in einer anderen Welt!" (c) UNHCR/H. Christensen (2015)

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Maribeth und ihre Familie schauen sich zusammen mit Helena die Hausaufgaben von Marilyn an. (c) UNHCR/H. Christensen (2015)

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Helena Christensen fotografiert Maribeth beim Tanzen. (c) UNHCR/H. Christensen (2015)

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Maribeths Tochter Marilyn besucht die Schule im Ort. Außerdem hilft sie ihrer Mutter beim Zubereiten von traditionellen Choco-Speisen. (c) UNHCR/H. Christensen (2015)

Als sie sieben Jahre alt war, erschossen bewaffnete Truppen ihre Mutter und ihre Schwester, und Maribeth musste aus ihrer Heimat, der Provinz Choco an der Pazifikküste, fliehen. Seitdem ist sie nie mehr in ihre Heimatstadt zurückgekehrt: „Ich habe zu viel Angst und es ist jetzt schon so lange her.“ Maribeths Traum ist es, ein eigenes traditionelles Choco-Restaurant in Bogota zu eröffnen und noch mehr Tanzunterricht für die Kinder vor Ort anzubieten.

„Es hat mich so berührt, diese und viele andere bemerkenswerten Frauen kennenzulernen“, sagt Helena. „Beim Weltflüchtlingstag geht es darum, zu zeigen, dass sie Menschen wie Du und ich sind, die schwierige Zeiten erleben. Was sie mir über ihre Flucht erzählt haben, war aufwühlend und schrecklich, und trotzdem bringen sie so viel Mut und Widerstandsfähigkeit auf. Diese Frauen haben mich zutiefst inspiriert. Ich hoffe, ihre Geschichten und Portraits werden so viele Menschen wie möglich erreichen!“

Flüchtlinge sind Menschen wie Du und ich, die schwierige Zeiten erleben. Teile ihre Geschichten.

 

Als Folge von jahrzehntelangen Kämpfen zwischen illegalen bewaffneten Gruppen und Drogenkartellen sowie massiven Menschenrechtsverletzungen gibt es in Kolumbien derzeit mehr als 5,7 Millionen Binnenvertriebene. UNHCR setzt sich dort unter anderem verstärkt gegen das erhebliche Ausmaß sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt unter den Binnenvertriebenen ein.

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