Saxophonist. Vater. Mozart-Fan.

Naders Familie entkam Scharfschützen.

Nader, 41 Jahre alt: „Mit 15 habe ich mich in die Musik verliebt. Ich habe Schlagzeug, Trompete und Posaune gespielt, aber als ich mit dem Saxophonspielen anfing, gab es kein Zurück mehr. Seit 18 Jahren spiele ich jetzt professionell.

Musik hat mir bisher immer geholfen – moralisch, finanziell und sogar bei meinen Manieren. Es ist Balsam für die Seele und steht, hinter meiner Familie, an zweiter Stelle in meinem Leben. Bevor ich meine Frau Rana geheiratet habe, habe ich versucht, ihr das Flötespielen beizubringen. Nach wenigen Stunden haben wir aufgegeben. Sie ist eine zufriedene Zuhörerin.

Als sie schwanger wurde, haben wir unserer Tochter Aya im Bauch Mozart vorgespielt. Jetzt hört Aya lieber One Direction. Ich habe allen meinen Kindern ein Instrument beigebracht. Ich bin ein strenger Lehrer. Aya singt und spielt Saxophon, Maya und Ahmed lieben es zu singen und zu tanzen. Zu besonderen Anlässen treten wir auch zusammen auf.

Als unsere Mädchen aufgewachsen sind, haben wir es kaum bemerkt. Aber Ahmed ist hyperaktiv und braucht 15 Menschen, die gleichzeitig auf ihn aufpassen. Wir können ihn nicht alleine lassen, sonst bringt er sich in Schwierigkeiten. Zuhause haben wir alles außerhalb seiner Reichweite platziert. Die Wände sind voller Zeichnungen von Ahmed. Wenn er ungezogen ist, dann sage ich immer, dass er nach seiner Mutter kommt. Aber ich bin Rana sehr dankbar, dass sie die Kinder auf einer Art erzogen hat, auf die ich stolz sein kann.“

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Nader ist Flüchtling in der dritten Generation. Seine Eltern flohen aus Palästina, als er noch ein Kind war. Er wuchs in der syrischen Stadt Damaskus auf. Seine Tochter Aya war 10, als sie das erste Mal eine Explosion hörte. „Ich schrie und weckte damit alle anderen im Haus“, erzählt sie. „Wir flohen im Taxi unseres Nachbarn, während Scharfschützen auf uns feuerten. Später fanden wir ein Einschussloch im Kofferraum.“

Die Familie zog von einem Ort zum nächsten, bis es zu gefährlich wurde zu bleiben. Im Jahr 2013 ging Nader nach Bangkok in Thailand. Zwei Monate später folgten ihm seine Frau Rana und seine drei Kinder. Mitbringen konnten sie nur zwei Koffer und ein Saxophon. Kürzlich wurde der Familien mitgeteilt, dass ihr Antrag auf eine Umsiedlung in ein europäisches Land, bewilligt wurde. Sie hoffen nun, ihre Flüchtlingsvergangenheit hinter sich lassen zu können. „Wenn wir dort ankommen, möchte ich in die Schule gehen, die Sprache lernen und alle meine neuen Freunde zu meiner Geburtstagsparty einladen“, sagt Aya.

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Der blutige syrische Bürgerkrieg hat fast die Hälfte der Landesbevölkerung vertrieben. Mehr als 4 Millionen Flüchtlinge wurden bereits registriert.

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