Posaunist. Bruder. Computer-Fan.

„Als unser Haus getroffen wurde, mussten wir fliehen.“

Rafeh, 16 Jahre alt: „In Syrien habe ich mich nach der Schule immer mit meinen Freunden getroffen. Wir haben an Computern gebastelt, Spiele gespielt oder sind in der Altstadt von Aleppo ins Kino gegangen. Immer mittwochs ging ich zum Musikunterricht und abends habe ich Ventil-Posaune in meiner Band oder Theater auf einer kleinen Bühne in unserem Viertel gespielt.

Nun sind wir in Deutschland und endlich kann ich wieder in die Schule gehen. Ich wohne mit meinen Eltern und vier jüngeren Geschwistern zurzeit in drei grauen Containern. Als großer Bruder helfe ich bei den Schularbeiten und spiele mit den Jungs Fußball. Ich habe einige neue Freunde gefunden, bleibe aber über das Internet mit vielen alten Freunden verbunden. Meine Schulnoten sind gut und ich werde nächstes Jahr auf die Berufsschule gehen. Eines Tages möchte ich Computer-Experte sein.“

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Rafeh ist 16 Jahre alt und syrischer Flüchtling in Deutschland. Auch in Syrien waren er und seine Familie Flüchtlinge, da seine Großeltern bereits vor über 60 Jahren Palästina verlassen mussten. Nach den ersten zwei Jahren des syrischen Bürgerkriegs und einem Leben in ständiger Angst wurde das Haus der Familie nahe dem Flughafen von Aleppo im November 2013 von einer Bombe getroffen. Rafehs Familie floh. Zuerst in die Türkei, dann nach Bulgarien. Dort wurden sie eingesperrt und menschenunwürdig behandelt. Als man sie freiließ, gab es keine Arbeit, keine Schule, keine Gesundheitshilfe, keine Unterstützung. Sie flohen weiter nach Deutschland. Hier hofft Rafeh nun auf eine Zukunft, in der er ohne Krieg wieder so sein darf, wie er ist.

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