Architekt. Ehemann. Handwerker.

„Im afghanischen Gemeindezentrum berate ich Neuankömmlinge und helfe ihnen.“

Tahir, 43 Jahre alt: „Als ich als junger Mann etwas über den Tempel von Parthenon lernte, hätte ich mir nie gedacht, dass ich einmal in Griechenland leben würde. Aber jetzt ist der Erhalt dieses kulturellen Erbes meine Lebensaufgabe. Ich habe mit Marmor, Stein und Gips gearbeitet, seit ich 13 bin. In dem Jahr schmuggelten mich meine Eltern nach Teheran, um den Kämpfen in Afghanistan zu entkommen.

Als ich nach Athen gekommen bin, habe ich das Haus für meine Familie fast allein gebaut. Hier hängen überall Bilder von unseren drei Söhnen. Unser zugewachsener Hinterhof ist unser Lieblingsplatz. Hier trinken wir Saft von unserem Zitronenbaum und hören den Gesang der Vögel. Wir treffen uns, reden und laden nette Nachbarn ein, mit denen wir gesegnet sind. Das Heiligtum meiner Familie, das Beste für meine Frau. ‘Wir sind unser ganzes Leben lang gelaufen,’ sagte sie immer, ‘wir brauchen einen Platz, wo wir hingehören; einen Platz von dem sie uns nicht vertreiben können – einen Platz, von dem wir sagen, da kommen wir her’.

Ich habe mein Bestes getan, um ihr dies zu geben und es ist mein Traum für jede afghanische Familie, die in Griechenland ankommt. Im afghanischen Gemeindezentrum, wo ich alle meine Freizeit verbringe, berate ich Neuankömmlinge und helfe ihnen. Griechenland ist mit seinen Krisen im Moment nicht der einfachste Ort, um sich niederzulassen. Aber ich tue alles für die Annäherung meiner griechischen und afghanischen Heimatländer.“

3. Tahir_and_his_son_Ilias

©UNHCR/ Y. Kyvernitis

4. Tahir_garden_sanctuary

©UNHCR/ Y. Kyvernitis

5. Tahir Family

©UNHCR/ Y. Kyvernitis

2. Tahir_marble

©UNHCR/ C. Tolis

Als Teenager arbeitete Tahir im Iran tagsüber in einer Marmorwerkstätte. Abends ging er in die Schule. Er entdeckte sein Talent und besuchte die Architekturschule in Teheran. Er spezialisierte sich in griechischer, russischer und italienischer Architektur und baute Häuser im Iran und Dubai. Tahir versuchte zweimal nach Afghanistan zurückzugehen aber konnte wegen dem Krieg nicht bleiben. Um den legalen Flüchtlingsstatus zu bekommen, ging er nach Griechenland, wohin seine Familie ihm sechs Jahre später folgte. In Athen suchte er eine Arbeit. 2004 kam er eines morgens an einem großen Renovierungsprojekt vorbei. Er ging zu einem Ingenieur und fragte nach Arbeit. Dieser fragte nach Arbeitsproben, um ihn mit anderen Bewerbern zu vergleichen. “Mitten unter den Architekten und Ingenieuren begann ich Modelle und Pläne zu machen,” erinnert sich Tahir. “Irgendwann kam ein Vorarbeiter und fragte, woher ich sei. ‘Das geht dann klar!’, riefen sie aus. ‘Lass den Afghanen an allem arbeiten!’, erzählen sie mir heute lachend. Heute bin ich sehr stolz auf diese Arbeit!”

Heute hat Tahir eine legale Arbeitserlaubnis – seine Frau Sardor hat den Flüchtlingsstatus.

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