Rollschuhfahrerin. Tochter. Teamplayerin.

„Es war zu gefährlich, um zu bleiben.“

Yadira, 15 Jahre alt: „Das erste Mal hatte ich die Rollschuhe in Kolumbien an. Ich war sieben Jahre alt und habe die Rollschuhe von meiner Schwester geschenkt bekommen. Ich war sehr nervös. Es war so, als würde ich auf eine neue Schule gehen, wo ich niemanden kenne. Aber ich habe immer weiter geübt. Am Anfang habe ich zu Hause trainiert und mich dabei an allem festgehalten. Schließlich nahm meine Schwester mich mit auf die Straße, um zu üben. Von diesem Tag an gingen wir jeden Sonntag zur Rollschuhbahn. Eins führte zum anderen und ich begann das Skaten zu mögen.

Meine Eltern gaben mir Schutzkleidung, aber keinen Helm. Deswegen musste ich am Anfang immer meinen Motorradhelm tragen. Jeder fragte mich, was ich damit mache, aber ich wollte einfach nur skaten. Ich bin einige Male hingefallen, aber das ist normal, wenn man eine richtige Skaterin ist. Wenn ich hinfalle oder mir Blasen laufe, stehe ich auf und mache weiter. Der Schmerz hilft mir dabei, stärker zu werden und meine Ziele zu erreichen. Jedes Mal, wenn ich höre, wie meine Mutter und meine Freunde mich anfeuern, fühle ich neue Energie.“

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Yadira ist 15 Jahre alt. Sie floh mit ihrer Familie aus Kolumbien als bewaffnete Truppen damit drohten, ihren Bruder zu rekrutieren. Zudem sollte ihre Mutter zum Nähen der Uniformen gezwungen werden. Ohne ihren Verwandten und FreundInnen davon zu erzählen, floh die Familie über die Grenze nach Venezuela.

Nach einem Monat im Exil entdeckte Yadira ihre Liebe zum Rollschuhfahren. Sie hat schon an verschiedenen Teamwettbewerben teilgenommen und liebt das Staffel-Wettrennen, weil sie dann das Adrenalin und den Teamgeist spürt. Ihre Mutter Marisa und ihr Vater Eduardo sind ihre größten Fans und Unterstützer. Mit dem wenigen Geld, das der Familie zur Verfügung steht, versuchen sie Yadira eine erste Grundausstattung für den Sport zu kaufen. Yadiras erstes Paar Rollschuhe hat ihr Vater aus Einzelteilen selbst gebaut. „Mein Traum ist es, bei einer Weltmeisterschaft für Inline-Speed-Skating teilzunehmen, um meiner Familie für alles zu danken, was sie für mich getan hat“, sagt Yadira.

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Der Konflikt in Kolumbien hat schätzungsweise fünf Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Fast 400.000 Menschen haben in einem der Nachbarstaaten Schutz gefunden.

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