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Ersthelfer weltweit: Was UNHCR tut, wenn Krisen ausbrechen

Tschad. Neu angekommene sudanesische Geflüchtete aus dem Sudan.
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Ersthelfer weltweit: Was UNHCR tut, wenn Krisen ausbrechen

Wenn Menschen ihre Heimat verlassen müssen, weil eine Krise oder Krieg ausbricht, hilft UNHCR und leistet lebensrettende Hilfe.
9. April 2025

Hilfskräfte entladen Pakete vom LKW des UNHCR zur Verteilung an neu angekommene sudanesische Geflüchtete am Standort Madjigilta in der Region Ouaddaï im Tschad, an der Grenze zum Sudan. Die Pakete enthalten unter anderem einen Plastikeimer, Seife und einen Wasserkanister. Schätzungen zufolge sind bislang rund 30.000 Menschen vor der Gewalt und Unsicherheit im Sudan nach Tschad geflohen.

So machen wir unsere Arbeit

Wenn Krieg ausbricht, ein Konflikt erneut aufflammt oder eine Katastrophe eintritt, müssen Menschen oft in Sekundenschnelle ihr Zuhause und ihr Eigentum verlassen. Wenn sie es in Sicherheit schaffen, besitzen sie häufig nichts außer der Kleidung, die sie am Leib tragen. UNHCR ist da, um zu helfen, vor Ort zu sein und sicherzustellen, dass diese Menschen die Unterstützung erhalten, die sie benötigen.

UNHCR gibt es seit fast 75 Jahren. Das UN-Flüchtlingshilfswerk wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet, um bei humanitären Krisen zu unterstützen.

2024 haben wir bei 43 Krisensituation, darunter 26, die neu ausgebrochen sind, geholfen. Wir haben Teams in über 130 Ländern und weltweit strategisch verteilte Warenhäuser mit Hilfsgütern. So können wir innerhalb von 72 Stunden nach Ausbruch einer Krise ausgebildetes Personal und Hilfsgüter für bis zu eine Million Menschen mobilisieren.

Wie bleiben wir vorbereitet?

Schnelle und umfangreiche Hilfe ist nur durch sorgfältige Vorbereitung möglich. Unsere Büros weltweit beobachten Entwicklungen wie zum Beispiel politische Unruhen, Konflikte und die Gefahr extremer Wetterereignisse oder Naturkatastrophen ganz genau. So können wir abschätzen, wie groß das Risiko großer Fluchtbewegungen ist. An Orten, wo dieses Risiko besteht, arbeiten wir mit Regierungen und Partnern zusammen, um Notfallpläne zu erstellen und die Reaktionsfähigkeit zu stärken.

Frühzeitige Hilfe in Krisenregionen

Unsere Warenhäuser sind mit lebenswichtigen Gütern wie Zelten, Decken und Schlafmatten bestückt. Sie sind in Ländern wie Kamerun, Dänemark, Ghana, Kenia, Panama, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Usbekistan. Außerdem lagern wir Hilfsgüter auch in der Nähe von Risikoregionen, um vorbereitet zu sein, zum Beispiel 2024 im Libanon vor der Eskalation der israelischen Luftangriffe und in der Ukraine sowie deren Nachbarländern vor dem Beginn der russischen Invasion im Jahr 2022.

Wenn möglich, bereiten wir auch Bargeldhilfen vor, die im Krisenfall schnell ausgezahlt werden können. Wir unterstützen Gemeinschaften, die von Flucht bedroht sind, dabei, sich gut vorzubereiten. Wir informieren sie rechtzeitig und sorgen dafür, dass in den Regionen, in die sie möglicherweise fliehen müssen, wichtige Hilfsangebote wie Schutz, Unterkünfte, medizinische Versorgung und Bildung zur Verfügung stehen.

Das Emergency Roster Team (ERT)

Außerdem verfügen wir über ein Team hochqualifizierter Mitarbeitender, das so genannte Emergency Roster Team (ERT). Diese Kolleg*innen können innerhalb von 72 Stunden weltweit einsatzbereit sein. Sie unterstützen unser globales Team, das zu 91 Prozent bereits direkt vor Ort arbeitet, mit Expertise in Bereichen wie Koordination und Management in Flüchtlingscamps, Gesundheitsversorgung oder Logistik. ERT-Mitglieder erhalten zusätzliche Schulungen in Erster Hilfe, Sicherheitsmaßnahmen und Umgang mit komplexen Einsatzbedingungen.

„Das Training bereitet einen emotional und psychisch auf extrem stressige Situationen vor“, sagt Vivien Nieme, ERT-Mitglied und Leiterin eines UNHCR-Büros in Nord-Costa Rica.

Nieme verfolgte im Oktober 2024 die Entwicklungen im Libanon, als sie den Anruf erhielt, dass sie zur Koordination der Schutzmaßnahmen dorthin entsendet werde. „Ich war froh, etwas tun zu können, aber ich musste auch die Sorgen meiner Familie managen“, erinnert sie sich. „Ich sagte meiner Mutter, ich gehe an einen absolut sicheren Ort – aber innerlich wusste ich, dass es keinen wirklich sicheren Ort gab.“