„Einst vertrieben, heute stärker denn je“
„Einst vertrieben, heute stärker denn je“
Alphonso Davies, Antonio Rüdiger, Ermedin Demirović und weitere internationale Spitzenfußballer haben eines gemeinsam: Sie selbst oder ihre Familien wurden durch Krieg und Verfolgung zur Flucht gezwungen. Im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 bilden sie nun ein symbolisches Team des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR.
Dieses Team macht auf das Schicksal und das Potenzial von Flüchtlingen aufmerksam. Die Vorstellung erfolgt heute im Vorfeld des UN World Football Day am 25. Mai mit der Veröffentlichung eines Kampagnenvideos in den sozialen Medien.
Angeführt wird das Team von UNHCR-Sonderbotschafter und Kapitän der kanadischen Nationalmannschaft Alphonso Davies (FC Bayern München). Davies wurde in einem Flüchtlingscamp in Ghana geboren, nachdem seine Eltern vor dem Krieg in Liberia geflohen waren. Später kam die Familie im Rahmen eines Resettlement-Programms nach Kanada.
„Es ist etwas ganz Besonderes, das symbolische Team zu führen – ein Team von Spielern, deren Kindheit durch Krieg und Vertreibung geprägt wurde. Wir zeigen, was möglich ist, wenn Kinder Sicherheit und Chancen erhalten. In Zeiten wie diesen hoffe ich, dass wir Hoffnung geben und daran erinnern, dass man – egal wie schwer der Weg ist – alles überwinden kann.“
— Alphonso Davies, Kapitän des symbolischen Teams der Kampagne, UNHCR-Sonderbotschafter und Spieler des FC Bayern München
„Meine Eltern kamen aus Sierra Leone nach Deutschland, um Sicherheit und eine bessere Zukunft zu suchen. Heute für Deutschland zu spielen, ist für mich ein sehr besonderer Moment. Es erfüllt mich mit großem Stolz, bringt aber auch Verantwortung mit sich: auf dem Platz mein Bestes zu geben und darüber hinaus etwas zu bewirken. Durch meine Stiftung in Sierra Leone und durch Organisationen wie UNHCR erhalten junge Menschen und Familien, die von Vertreibung betroffen sind, besseren Zugang zu Bildung, Sport und Gesundheitsversorgung. Denn jedes Kind verdient die Chance zu wachsen, zu träumen und erfolgreich zu sein.“
— Antonio Rüdiger, deutscher Nationalspieler und Spieler von Real Madrid
„Dieses UNHCR-Team zeigt die Kraft des Fußballs, Leben zu verändern. Mein Vater floh zur Zeit des Krieges aus Bosnien, und ich wurde in Deutschland geboren. Heute Bosnien und Herzegowina bei erst der zweiten Weltmeisterschaft des Landes überhaupt zu vertreten, macht mich unglaublich stolz.”
— Ermedin Demirović, Nationalspieler von Bosnien und Herzegowina und Spieler des VfB Stuttgart
Weitere Teammitglieder:
Asmir Begović (Leicester City FC): floh im Alter von vier Jahren aus Bosnien und nahm mit Bosnien und Herzegowina an der ersten Weltmeisterschaft des Landes teil.
Ali Al-Hamadi (Luton Town FC): floh aus dem Irak nach Großbritannien und trug dazu bei, dass der Irak sich erstmals seit 40 Jahren wieder für eine WM qualifizierte.
Eduardo Camavinga (Real Madrid): seine Eltern überlebten den Krieg in Angola und begannen in Frankreich ein neues Leben; heute französischer Nationalspieler.
Victor Moses (FC Kaisar): floh aus Nigeria nach Großbritannien und spielte später für die nigerianische Nationalmannschaft.
Mohamed Touré (Norwich City FC): wurde als Flüchtling in Guinea geboren, in Australien neu angesiedelt und spielt für die australische Nationalmannschaft.
Awer Mabil (CD Castellón): wurde im Flüchtlingslager Kakuma in Kenia geboren und spielte für Australien bei einer Weltmeisterschaft.
Nestory Irankunda (Watford FC): wurde in einem Flüchtlingslager in Tansania geboren, wuchs in Australien auf und spielt für die Nationalmannschaft.
Bernard Kamungo (FC Dallas): wuchs in einem Flüchtlingslager in Tansania auf, bevor er in die USA umsiedelte; Nationalspieler der USA.
Viele dieser Spieler werden bei der kommenden Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den Vereinigten Staaten auf dem Spielfeld stehen.
In einer Welt, die von Konflikten geprägt ist und in der über 117 Millionen Menschen vertrieben sind, steht das Team als Symbol dafür, was möglich wird, wenn junge Menschen Sicherheit und Chancen erhalten.
„Dieser Sommer markiert die größte Weltmeisterschaft aller Zeiten. Es ist ein idealer Moment, um eine Botschaft der Hoffnung an Fans auf der ganzen Welt zu senden. Jedes Teammitglied hat Schwierigkeiten überwunden, um seine Träume zu verwirklichen und ist ein starkes Beispiel dafür, was junge geflüchtete Menschen erreichen können, wenn sie Sicherheit und Chancen erhalten.“
—Barham Salih, Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen
„Kinder und Jugendliche gehören zu den am stärksten gefährdeten Gruppen bei Vertreibung durch Krieg, Gewalt und Verfolgung. Manche werden von ihren Familien getrennt, erleben Traumata oder sind Missbrauch ausgesetzt. Für junge Flüchtlinge kann Sport wie Fußball eine heilende Wirkung haben: Er fördert körperliches und psychisches Wohlbefinden, stärkt Integration und unterstützt die persönliche Entwicklung. Zugang zu Sport kann Sicherheit, Chancen, Zugehörigkeit und Hoffnung ermöglichen.“