Stellungnahme der UNHCR-Vertreterin in der Ukraine zum tödlichen Angriff auf Dnipro und der Zerstörung von Hilfsgütern in einem UNHCR-Lagerhaus
Stellungnahme der UNHCR-Vertreterin in der Ukraine zum tödlichen Angriff auf Dnipro und der Zerstörung von Hilfsgütern in einem UNHCR-Lagerhaus
Vertreterin von UNHCR in der Ukraine
Ukraine: Tödlicher Angriff auf Dnipro und ein dabei getroffenes UNHCR-Lagerhaus. © UNHCR
Ich verurteile den russischen Raketen- und Drohnenangriff auf Dnipro in der vergangenen Nacht aufs Schärfste. Der Angriff forderte mindestens zwei zivile Todesopfer, verletzte weitere Menschen und traf zudem ein von UNHCR genutztes Lagerhaus. Dabei wurden erhebliche Mengen an Hilfsgütern und Materialien für Notunterkünfte zerstört.
Mein tiefstes Mitgefühl gilt den Familien der beiden Lagerarbeiter, die bei diesem schrecklichen Angriff ums Leben kamen, ebenso wie den Angehörigen der Zivilist*innen, die in den vergangenen 24 Stunden bei weiteren Angriffen im ganzen Land getötet wurden.
Das Lager wurde von einer ballistischen Rakete getroffen und geriet in Brand. Nach ersten Einschätzungen wurden rund 900 Paletten mit Hilfsgütern von UNHCR im Wert von über einer Million US-Dollar zerstört. Diese Hilfslieferungen waren für Tausende Vertriebene und vom Krieg betroffene Menschen in der Region Dnipropetrowsk sowie in benachbarten Frontgebieten bestimmt.
Zu den zerstörten Beständen gehörten lebenswichtige Hilfsgüter wie Decken, Schlafmatten und Hygienesets. Diese werden von UNHCR und Partnerorganisationen an Evakuierte und andere besonders schutzbedürftige Menschen in Sammel- und Übergangsunterkünften verteilt. Außerdem wurden Materialien für Notunterkünfte zerstört, die nach Angriffen für unmittelbare Hilfe und zur Reparatur beschädigter Häuser gebraucht werden.
UNHCR steht im Austausch mit Behörden, Partnerorganisationen und anderen UN-Organisationen, um die zerstörten Hilfsgüter schnellstmöglich zu ersetzen und alternative Lagerflächen zu identifizieren, damit die Unterstützung der betroffenen Menschen fortgesetzt werden kann.
Es ist absolut erschütternd, dass erneut humanitäre Einrichtungen und Hilfsgüter durch diese anhaltenden Luftangriffe beschädigt wurden. Gleichzeitig erleben wir immer wieder, dass humanitäre Helferinnen und Helfer bei ihrer Arbeit und bei der Versorgung der am stärksten Bedürftigen gezielt angegriffen oder gefährdet werden.
Zivilistinnen und Zivilisten sowie humanitäre Helferinnen und Helfer stehen ausdrücklich unter dem Schutz des Völkerrechts. Diese Angriffe müssen aufhören.
Bernadette Castel-Hollingsworth
Vertreterin von UNHCR in der Ukraine