Die 17-jährige Sediqa am Weg zu ihrem Traumberuf

Die Schülerin interessiert sich für Technik und will später Architektur studieren.

Die junge Afghanin besucht die HTL, ihr Traum ist es Architektin zu werden. © UNHCR / K. Prinz

Mein Name: Sediqa
Mein Alter: 17 Jahre
Ich komme aus: Afghanistan
Ich bin in Österreich seit: 2012
Diese Schule besuche ich: HTL
Mein Berufswunsch: Architektin

Die erste Schule, die ich in Österreich besucht habe, war eine Neue Mittelschule (NMS). Am Anfang war es schwer für mich. Ich habe noch nicht viel Deutsch gesprochen. Meine Klassenvorständin war sehr nett, aber manche MitschülerInnen haben sich über mich lustig gemacht, wenn ich beim Sprechen Fehler gemacht habe. Zum Glück konnte ich Englisch, das hat es einfacher gemacht. Ich war zwei Jahre außerordentliche Schülerin. In dieser Zeit habe ich keine Noten bekommen. Die vierte Klasse habe ich dann als ordentliche Schülerin wiederholt und habe gute Noten bekommen.

Ich habe nicht genau gewusst, was ich nach der NMS machen kann und wie das Schulsystem funktioniert. Vieles habe ich von meinen MitschülerInnen und LehrerInnen erfahren und sie auch immer wieder gefragt. In der 4. Klasse haben wir mit der Schule Bildungsmessen besucht und uns verschiedene Schulen, wie Handelsakademien (HAK) und Höhere Technische Lehranstalten (HTL), angeschaut. Weil ich mich für Technik interessiere und später Architektur studieren will, habe ich mich für die HTL entschieden.

Eine Lehrerin hat mir aber gesagt, dass ich eine HTL nicht schaffen würde, weil auch österreichische SchülerInnen große Schwierigkeiten haben. Ich habe es aber doch probiert. Als ich die Klasse geschafft habe, war ich sehr stolz auf mich. Es ist nicht immer leicht, weil man viel lernen muss. Meine Eltern unterstützen mich sehr. Da sie aber das österreichische Schulsystem nicht kennen, bin ich auf mich allein gestellt. Ich hab die Entscheidung für die Schule alleine getroffen und mich selbst angemeldet. Aber immer, wenn ich Sorgen habe, oder von einem langen Schultag  erschöpft bin, sagen mir meine Eltern „Du schaffst das“.