Globales Flüchtlingsforum

Als der Globale Pakt für Flüchtlinge 2018 angenommen wurde, ist vereinbart worden, die Fortschritte der Umsetzung alle vier Jahre im Rahmen eines Globalen Flüchtlingsforums zu überprüfen. Das erste Forum wird am 17. und 18. Dezember 2019 in Genf stattfinden.

Um den Flüchtlingsschutz zu verbessern, bedarf es einer breiteren Koalition von Unterstützern – von Entwicklungsakteuren über die Zivilgesellschaft bis hin zur Wirtschaft. Ziel ist es, Maßnahmen zu entwickeln, um große Aufnahmeländer zu entlasten, Flüchtlingen zu mehr Selbstständigkeit zu verhelfen und Lösungen für langanhaltende Flüchtlingssituationen zu finden.

Das Globale Flüchtlingsforum ist deshalb viel mehr als ein weiteres Treffen der Staatengemeinschaft oder eine Geberkonferenz. Es ist die Gelegenheit für die UN-Mitgliedstaaten und andere Akteure, konkrete Beiträge zu den Zielen des Globalen Pakts für Flüchtlinge zu machen. Zudem bietet es Gelegenheit zum Austausch guter Praktiken.

Gemeinsam mit UNHCR wird die Schweiz 2019 als Ausrichtungsland die Rolle des Mitgastgebers übernehmen. Mitveranstalter sind neben der Bundesrepublik Deutschland auch die Türkei, Äthiopien, Costa Rica und Pakistan.

Die Beiträge zu den Zielen des Globalen Pakts für Flüchtlinge können zum Bespiel in Form von finanzieller, materieller und technischer Hilfe, Resettlement-Plätzen und humanitären Aufnahmeprogrammen sowie anderen Maßnahmen erfolgen, die die Staaten auf nationaler Ebene beschlossen haben. Dazu gehören zum Beispiel Investitionen des Privatsektors, vorteilhafte Handelsregelungen oder erweiterte Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Flüchtlinge.

UNHCR erhofft sich vom Globalen Forum für Flüchtlinge:

  • eine breitere Unterstützerbasis im Flüchtlingsschutz
  • neue und zusätzliche Mittel zur Unterstützung umfassenderer Flüchtlingshilfemaßnahmen
  • die Einführung inklusiver nationaler Regelungen in den Aufnahmeländern
  • gezielte Unterstützung, um Flüchtlingen und Aufnahmegemeinschaften den Zugang zu Bildung zu erleichtern
  • Beiträge zur dreijährigen Resettlement-Strategie und zur Strategie von komplementären Zugangswegen
  • Ankündigungen des Privatsektors in Form von Finanzbeiträgen, Beschäftigung, Advocacy und Philanthropie
  • finanzielle, technische und materielle Beiträge zur Förderung von nachhaltiger/grüner Energie und zum Umweltschutz

Das Globale Flüchtlingsforum bietet eine einzigartige Gelegenheit, innovative Partnerschaften zwischen verschiedenen Akteuren – Regierungen, Akteure im Bereich der humanitären Hilfe und der Entwicklung, internationale und regionale Finanzinstitutionen, lokale Behörden, Städte und Gemeinden, Zivilgesellschaft, Privatsektor, Medien, Mitglieder der Aufnahmegemeinschaften sowie Flüchtlingen selbst – nachhaltig zu verbessern. Sie alle können dazu beitragen Flüchtlingsschutz besser zu gestalten.

Dazu wurden im Vorfeld von diesen Akteuren Zusagen und Erfahrungen gesammelt, die während des Forums vorgestellt werden, um diese im Anschluss in konkrete Maßnahmen zu gießen.