In Kenia wirbt UNHCR-Chef Salih für mehr Solidarität und Lösungen für Flüchtlinge
In Kenia wirbt UNHCR-Chef Salih für mehr Solidarität und Lösungen für Flüchtlinge
Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Barham Salih, spricht mit geflüchteten Schülerinnen und Schülern an der Big Heart Foundation Secondary School in Kakuma, Kenia.
Bei seinem ersten offiziellen Besuch als UN-Flüchtlingshochkommissar rief Barham Salih zu stärkerer globaler Unterstützung auf, damit Flüchtlinge ihr Leben wieder aufbauen können.
Nach einem Besuch in der Gemeinde Kakuma im Norden Kenias sprach Salih in Nairobi und würdigte die jahrzehntelange Großzügigkeit Kenias bei der Aufnahme von Flüchtlingen sowie die vorausschauenden politischen Maßnahmen, die es Flüchtlingen ermöglichen, zu arbeiten und Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und Finanzdienstleistungen zu erhalten.
„Trotz knapper Ressourcen zeigt Kenia weiterhin bemerkenswerte Solidarität mit Menschen in Not durch kluge Politik, welche Selbstständigkeit und wirtschaftliches Wachstum fördert“, sagte Salih. „Kakuma ist ein Ort der Transformation und Innovation, der eine kraftvolle Botschaft an die Welt sendet: Anstatt Flüchtlinge in Abhängigkeit von Hilfe zu halten, müssen wir dringend Lösungen priorisieren, die Menschen ein Leben in Würde ermöglichen und ihnen die Chance geben, zur Gesellschaft beizutragen.“
Der Shirika-Plan, unter der Leitung der Regierung Kenias, ist ein mutiger Rahmen, um von humanitärer Hilfe zu mehr Selbstständigkeit von Flüchtlingen und friedlichem Zusammenleben mit den Gastgemeinden überzugehen. Im Rahmen des Plans können Flüchtlinge Zugang zu Identitätsdokumenten, Arbeitserlaubnissen, mobilen Zahlungssystemen und Bankdienstleistungen, öffentlicher Bildung und universeller Gesundheitsversorgung erhalten.
Über 800.000 Flüchtlinge und Asylsuchende leben in Kenia. Rund 300.000 Flüchtlinge, hauptsächlich aus dem Südsudan, Burundi und der Demokratischen Republik Kongo, haben in Kakuma Sicherheit gefunden. Die Folgen mangelnder humanitärer Finanzierung sind deutlich sichtbar. Im vergangenen Jahr erhielt UNHCR in Kenia weniger als ein Viertel der benötigten Hilfsgelder. Flüchtlinge und Gastgemeinden sind mit Kürzungen bei Gesundheitsversorgung, Wasser und Bildung konfrontiert. Schutzdienste werden stark reduziert: Aufnahmezentren sind überfüllt und die Zahl humanitärer Helfer, die Kinder und Überlebende geschlechtsspezifischer Gewalt unterstützen, wird gekürzt.
„Die Finanzierungskrise bedroht Leben und gefährdet die hart erkämpften Fortschritte. Deshalb bitte ich Entwicklungsakteure, internationale Finanzinstitutionen, Geber und den Privatsektor, ihre Unterstützung für den Shirika-Plan zu verstärken“, sagte Salih. „Diese Maßnahmen bergen großes Potenzial, die Zukunft sowohl der Flüchtlinge als auch der aufnehmenden Gemeinschaften zu verbessern.“
In Nairobi traf sich der UN-Flüchtlingshochkommissar mit Präsident William Ruto und anderen hochrangigen Regierungsvertretern. Salih lobte Kenias historische Rolle bei der Aufnahme von Flüchtlingen und dankte Ruto für das Engagement der Regierung für eine fortschrittliche Flüchtlingspolitik.