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Überschwemmungen in Mosambik

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Überschwemmungen in Mosambik

Fast 400.000 Menschen müssen wegen schwerer Überschwemmungen ihre Häuser verlassen
2. Februar 2026
Mosambik. Schwere Überschwemmungen vertreiben fast 400.000 Menschen.

Eine Frau, die durch die jüngsten Überschwemmungen vertrieben wurde, findet in einer Schule in Xai-Xai in der mosambikanischen Provinz Gaza Schutz. © UNHCR/Isadora Zoni

 

Seit Jahresbeginn sind Regionen im Süden und im Zentrum des Landes von schweren Überschwemmungen betroffen. Rund 392.000 Menschen wurden vertrieben. Gleichzeitig herrscht im Norden des Landes ein Konflikt, der allein im letzten Quartal des Jahres 2025 über 300.000 Menschen zur Flucht zwang. Bereits zuvor suchten Tropenstürme, Zyklone und Dürren regelmäßig die von den Überschwemmungen betroffenen Gebiete heim.

Rapide ansteigende Fluten zwangen Menschen zu abrupter Flucht

In den am stärksten betroffenen Provinzen, darunter Gaza, Maputo und Teile Zentralmosambiks, stiegen die Wasserstände rapide an. Familien hatten kaum Zeit zur Vorbereitung und flohen oft, ohne ihr Hab und Gut mitnehmen zu können. Betroffene berichten von ihrer chaotischen Flucht in höher gelegene Gebiete. Manche Kinder wurden von ihren Familien getrennt. Ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen sind in diesen Situationen besonders gefährdet.

Präventive Maßnahmen und eine schnelle Reaktion von staatlicher Seite, koordiniert mit humanitären Partnern und unterstützt vom Privatsektor, haben Schlimmeres verhindert. Trotz schwieriger Bedingungen wurden fast 20.000 Menschen evakuiert.

Überfüllte Notunterkünfte und teils prekäre Lebensbedingungen

Schätzungsweise 100.000 Menschen sind aktuell in rund 100 Notunterkünften untergekommen, wie zum Beispiel in Schulen und öffentlichen Gebäuden. Die Unterkünfte sind massiv überfüllt - was die Sicherheitsrisiken für Betroffene erhöht. An vielen Standorten, besonders in abgelegenen Gebieten, mangelt es für Menschen an Privatsphäre und wichtiger UNterstützung. Das erschwert die Bedingungen erheblich.

Erhöhte Gefahren für Frauen, Kinder und Menschen mit Behinderungen

Frauen und Mädchen sind erhöhten Risiken von geschlechtsspezifischer Gewalt, sexueller Ausbeutung und Missbrauch ausgesetzt. Viele benötigen dringend psychosoziale Unterstützung. Hintergrund sind wiederholte Vertreibungen nach den großen Überschwemmungen von 2000 und 2013. Ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen haben zudem Schwierigkeiten, Hilfe zu erhalten, da die Unterkünfte nicht auf ihre Bedürfnisse ausgelegt sind.

Von Überflutungen zerstörte Infrastruktur erschwert humanitäre Hilfe

Viele weitere Menschen sind in den am stärksten betroffenen Gebieten eingeschlossen. Beschädigte Straßen und überflutetes Gelände schneiden sie von Hilfe ab. Auch wenn die stärksten Regenfälle vorerst nachgelassen haben, bleibt der Zugang schwierig. Überflutete Straßen und zerstörte Brücken behindern und verzögern humanitäre Hilfe. Schulen und Kliniken wurden beschädigt oder werden vielerorts als Notunterkünfte genutzt.

Gemeinsam mit Partnern unterstützt UNHCR die Regierung bei der Bereitstellung dringend benötigter Hilfe, insbesondere in der Provinz Gaza. Hilfskräfte, die sich um besondere Schutzmaßnahmen kümmern, sind vor Ort, um die akutesten Risiken zu identifizieren.

Gleichzeitig werden Präventions- und Reaktionsmechanismen ausgebaut, einschließlich psychosozialer Unterstützung. Doch die humanitäre Hilfe steht unter starkem Druck. Die Krise kommt zu den anhaltenden konfliktbedingten Vertreibungen im Norden hinzu, die die Vorräte bereits erschöpft haben. Zugangsprobleme, Finanzierungslücken und der enorme Bedarf erschweren es, die Auslastung der Unterkünfte zu stabilisieren und den Betroffenen rechtzeitig zu helfen.

Mehrfachkrisen verschärfen die Lage

Die Krise zeigt Mosambiks hohe Anfälligkeit für unterschiedliche Krisen – von Konflikten bis zu extremen Wetterereignissen. Da weitere Regenfälle erwartet werden und das Überschwemmungsrisiko hoch bleibt, ist eine Verschärfung der Situation möglich. Dringende internationale Unterstützung ist nötig, um lebensrettende Hilfe auszubauen, aufnehmende Gemeinden zu stärken und eine Verschlechterung der Lage für Vertriebene zu verhindern.

UNHCR Mosambik benötigt in diesem Jahr 38,2 Millionen US-Dollar, um den steigenden Bedarf zu decken und lebenswichtige Unterstützung für Flüchtlinge, Binnenvertriebene und aufnehmende Gemeinden sicherzustellen.