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Fast drei Jahre Krieg im Sudan: Mehr Hilfe für Flüchtlinge gefordert

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Fast drei Jahre Krieg im Sudan: Mehr Hilfe für Flüchtlinge gefordert

18. Februar 2026
Chad. More than 41,000 Sudanese refugees flee across border in 2025

Sudanesische Flüchtlinge versammeln sich im Tschad, an der Grenze zum Sudan.

Fast drei Jahre Krieg im Sudan: Mehr Hilfe für Flüchtlinge gefordert

UNHCR, das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, und 123 Partnerorganisationen benötigen dringend 1,6 Milliarden US-Dollar, um in diesem Jahr lebenswichtige Unterstützung für 5,9 Millionen Menschen in sieben wichtigen Aufnahmeländern für Flüchtlinge aus dem Sudan sicherzustellen.

Der 2026 Sudan Regional Refugee Response Plan (RRRP) legt den Schwerpunkt auf die Unterstützung von rund 470.000 Menschen, die voraussichtlich im Laufe des Jahres als Flüchtlinge in benachbarte und nahe gelegene Länder fliehen dürften. Zudem bezieht sich der Plan auf Tausende Menschen aus dem Sudan, die in Grenzgebiete geflohen sind und dort seit ihrer Ankunft nur grundlegende Hilfe erhalten haben. Der anhaltende Konflikt im Sudan und der hohe Druck auf die humanitäre Hilfe machen einen weiteren Appell für finanzielle Unterstützung in dieser Größenordnung notwendig.

Größte Vertreibungskrise weltweit

Fast drei Jahre nach Beginn des Krieges herrscht im Sudan die weltweit größte Vertreibungskrise und eine der schwersten humanitären Krisen. Gleichzeitig ist das internationale humanitäre System unter enormem finanziellem Druck. In mehreren Teilen des Sudan dauern die Kämpfe an, es fehlt am grundlegendsten, und der Zugang für humanitäre Organisationen ist eingeschränkt. Wöchentlich fliehen weiterhin tausende Menschen in benachbarte Staaten. Viele kommen in Regionen an, in denen die Menschen zwar großzügig aufgenommen werden, in denen die Ressourcen jedoch bereits vor der Vertreibungskrise stark eingeschränkt waren.

Nachbarländer zeigen große Solidarität, aber Ressourcen sind knapp

Die aufnehmenden Gemeinschaften zeigen weiterhin große Solidarität, stoßen jedoch zunehmend an ihre Belastungsgrenzen. Ägypten beherbergt aktuell die größte Zahl an Menschen, die aus dem Sudan geflohen sind; die Zahl der registrierten Flüchtlinge hat sich in dem Land seit 2023 fast vervierfacht. Doch aufgrund drastischer finanzieller Kürzungen musste UNHCR dort zwei von drei Registrierungszentren schließen, was den Zugang zu wichtigen Schutzleistungen einschränkt.

Während UNHCR im Jahr 2022 noch durchschnittlich elf US-Dollar pro Flüchtling im Monat zur Verfügung standen, waren es 2025 nur noch vier US-Dollar.

Im Osten des Tschad haben mehr als 71.000 geflüchtete Familien aus dem Sudan noch keinen Zugang zu sicheren Unterkünften erhalten können. Rund 234.000 Menschen warten darauf, in sicherere Gebiete gebracht zu werden und leben unter schwierigen Bedingungen im Grenzgebiet.

In der Siedlung Kiryandongo in Uganda erhöhen die Schließung von Gesundheitsstationen und die Aussetzung von Ernährungsprogrammen das Risiko von Krankheiten für Tausende sudanesische Flüchtlinge.

Der Plan hilft bei der Finanzierung von grundlegender Hilfe

Ungeachtet der vielen Herausforderungen soll der diesjährige Sudan Regional Refugee Response Plan Aufnahmeländer weiterhin dabei unterstützen, lebenswichtige Versorgung sicherzustellen. Dazu zählen Nahrungsmittelhilfe, Unterkünfte, medizinische Versorgung und Schutz für neu ankommende und besonders gefährdete Flüchtlinge. Der Plan sieht zudem langfristige Maßnahmen vor: die Einbindung von Flüchtlingen in nationale Systeme, besseren Zugang zu Dokumenten und öffentlichen Diensten sowie die Förderung wirtschaftlicher Selbstständigkeit. Auch Investitionen in nachhaltig und flexibel angelegte Siedlungen – etwa im Tschad und Äthiopien – sind eine Priorität. Dies ist wichtig, um sowohl Vertriebenen als auch Aufnahmegemeinden stabilere Lebensbedingungen zu ermöglichen.

Aus Hoffnungslosigkeit ziehen manche Flüchtlinge weiter

Die wachsende Lücke zwischen steigenden Bedarfen und sinkenden Ressourcen gefährdet sowohl die Notfallmaßnahmen als auch längerfristige Lösungen. Ohne eine Perspektive auf Frieden und angesichts sinkender Unterstützung verlieren viele Flüchtlinge die Hoffnung und treffen die schwierige Entscheidung, gefährliche Wege auf sich zu nehmen und weiterzuziehen. 2025 hat sich die Zahl der Menschen aus dem Sudan, die die gefährliche Route nach Europa wählten, nahezu verdreifacht.

UNHCR appelliert an die internationale Gemeinschaft, die Aufnahmeländer stärker zu unterstützen und die anhaltende Unterfinanzierung humanitärer Einsätze zu beenden – solange eine dauerhafte Friedenslösung noch nicht in Sicht ist.