UNHCR: Beendigung des Schutzstatus syrischer Flüchtlinge wäre verfrüht
UNHCR: Beendigung des Schutzstatus syrischer Flüchtlinge wäre verfrüht
Berlin, 22.09.2026 – Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) hat sich dafür ausgesprochen, den Schutzstatus syrischer Flüchtlinge in der derzeitigen Situation beizubehalten.
„UNHCR sieht die Voraussetzungen für einen Widerruf des Schutzstatus syrischer Flüchtlinge derzeit nicht als erfüllt an“, sagte die UNHCR-Vertreterin in Deutschland, Katharina Thote. „Zwar haben sich die Verhältnisse in Syrien seit dem Machtwechsel Ende 2024 verändert. Die Entwicklungen in der Sicherheits- und Menschenrechtslage sind nach unserer Auffassung jedoch noch nicht grundlegend, stabil und dauerhaft genug für einen solchen Schritt.“
Neunzig Prozent der syrischen Bevölkerung leben infolge des Krieges in Armut. Millionen Menschen sind weiterhin innerhalb Syriens vertrieben, und in mehreren Landesteilen ist es zuletzt zu Gewalt gekommen. Schulen, Gesundheitszentren und andere wichtige Infrastruktur sind vielerorts zerstört.
Unabhängig von der aktuellen Bewertung der Lage in Syrien verwies die UNHCR-Vertreterin zudem auf die Notwendigkeit langfristiger Perspektiven für Flüchtlinge mit erheblichen Integrationsleistungen in Deutschland:
„Viele Syrerinnen und Syrer sind heute gesellschaftlich und beruflich fest in Deutschland verankert und leisten einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. Es ist im Interesse aller, ihnen eine klare Perspektive aufzuzeigen.“
UNHCR empfiehlt daher, Menschen, die bereits seit längerer Zeit mit einem Schutzstatus in Deutschland leben und sich wirtschaftlich integriert haben, auch unterhalb der Fachkräfteschwelle einen Aufenthalt auf einer anderen gesetzlichen Grundlage zu ermöglichen.
Pressekontakt
Mathis Wichmann, +49 1517 0666019, [email protected]
Andreas Kirchhof, +49 151706 660 15, [email protected]