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Drei Jahre Sudan-Krieg fordern hohen Tribut bei Zivilbevölkerung

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Drei Jahre Sudan-Krieg fordern hohen Tribut bei Zivilbevölkerung

Ein Viertel aller Sudanes*innen mussten flüchten, viele von ihnen mehrmals
10. April 2026 Auch verfügbar auf:
Binnenvertriebene im Sudan

Sudanesische Binnenvertriebene aus El Fasher kommen in einem Camp in Nord-Darfur an. 

Nach mittlerweile drei Jahren Krieg im Sudan dauern die Kämpfe in grossen Teilen des Landes an. Sie führen abermals zu neuer Vertreibung und verlängern die tägliche Tragödie für Millionen Menschen – ein Ende ist nicht absehbar.

Seit Beginn des Krieges im April 2023 wurden rund 14 Millionen Menschen zur Flucht gezwungen. Etwa neun Millionen sind innerhalb des Sudan vertrieben, weitere 4,4 Millionen sind über die Grenzen geflohen. Für viele ist Vertreibung zu einem wiederkehrenden, erschöpfenden Kreislauf geworden: Sie bringen sich in vermeintliche Sicherheit – nur um kurz darauf erneut fliehen zu müssen. Heute ist jede vierte Person im Sudan vertrieben.

In weiten Teilen von Darfur, in den Kordofan-Regionen und im Bundesstaat Blauer Nil hält die Gewalt an. Der verstärkte Einsatz von Luftangriffen und Drohnen hat zuletzt weitere Menschen in die Flucht getrieben. Schreckliche Menschenrechtsverletzungen wie sexuelle Gewalt, Massaker, Zwangsrekrutierungen, willkürliche Verhaftungen und weitere Übergriffe häufen sich. Zivilpersonen sind besonders gefährdet. Immer wieder wird von Übergriffen, Gewalt und Entführungen auf der Flucht berichtet.

Frauen und Mädchen sind weiterhin einem erhöhten Risiko sexueller Gewalt, Ausbeutung und Missbrauch ausgesetzt, insbesondere auf unsicheren Fluchtrouten. Der Zusammenbruch von Gesundheitssystemen, Strafverfolgung und Justiz hat ein Klima weitverbreiteter Straflosigkeit geschaffen. Überlebende geschlechtsspezifischer Gewalt stossen auf erhebliche Hürden, wenn sie Vorfälle melden oder Zugang zu medizinischer, psychosozialer und rechtlicher Unterstützung erhalten wollen – was den Kreislauf von Gewalt und mangelnder Aufarbeitung weiter verstärkt.

Kinder leiden besonders unter dem Krieg

Millionen Kinder haben inzwischen drei Jahre ihrer Kindheit auf der Flucht verbracht – mit weitreichenden Folgen für ihre Zukunft. Die meisten hatten kaum oder gar keinen Zugang zu Bildung. Mehr als 58.000 unbegleitete Kinder kamen in Nachbarländern an, auf der Flucht von ihren Familien getrennt, oft verletzt und schwer traumatisiert.

Die Nachbarländer, die den Grossteil der sudanesischen Geflüchteten aufgenommen haben – insbesondere Tschad, Ägypten und Südsudan – stehen am Rande ihrer Kapazitäten. Die Ankünfte aus Darfur in den Tschad dauern an, während der Südsudan gleichzeitig sudanesische Geflüchtete und fast eine Million eigener Staatsangehöriger aufnehmen muss, die seit April 2023 zurückgekehrt sind. Gleichzeitig spitzt sich auch im Südsudan die Krise zu.

Eingeschränkte Hilfsleistungen und begrenzte Perspektiven in allen Aufnahmeländern stellen viele Menschen vor unmögliche Entscheidungen.

Viele Vertriebene im Sudan kehren in Gebiete zurück, in denen die Kämpfe weitgehend abgeflaut sind. Rund 80 Prozent von ihnen sind Binnenvertriebene, hinzu kommen etwa 890.000 Rückkehrende aus Nachbarländern. Die meisten Rückkehrbewegungen betreffen die Bundesstaaten Al-Dschazira und Sennar, während fast 1,5 Millionen Menschen nach Khartum zurückgekehrt sind. Dort sind die Lebensbedingungen jedoch äusserst schwierig: Infrastruktur und grundlegende Dienstleistungen sind weitgehend zusammengebrochen, die Wirtschaft liegt am Boden, und der soziale Zusammenhalt ist stark beschädigt. Es ist entscheidend, Rückkehrende zu unterstützen, um erneute Vertreibung zu verhindern.

Zugleich wächst die Zahl der Sudanes*innen, die den gefährlichen Weg über Libyen nach Europa auf sich nehmen. Zwischen 2024 und 2025 kamen mehr als 14.000 Sudanesen in Europa an – ein Anstieg um 232 Prozent seit Beginn des Konflikts. Diese Bewegungen erfolgen nicht aus freier Entscheidung, sondern aus Mangel an Perspektiven auf Frieden sowie wegen fehlender Hilfe im Sudan und in den Nachbarländern. Frieden – oder zumindest besser finanzierte humanitäre Hilfe und Entwicklungsmassnahmen – ist dringend erforderlich, damit Menschen aus dem Sudan in Würde leben können.

Humanitäre Hilfe stark unterfinanziert

Drei Jahre nach Beginn der Krise spitzt sich die Lage im Sudan – der grössten Vertreibungskrise weltweit und einer der schwersten Schutzkrisen – weiter vor dem Hintergrund einer massiven globalen Finanzierungslücke zu. Hilfsorganisationen, darunter UNHCR, haben bisher lediglich 16 Prozent der benötigten 2,8 Milliarden US-Dollar für Hilfe im Sudan erhalten und nur sechs Prozent der 1,6 Milliarden US-Dollar für die regionale Flüchtlingshilfe.

Ohne erneute und nachhaltige internationale Aufmerksamkeit und Unterstützung werden das Leid und die Risiken für die Millionen Vertriebenen sowie für die gesamte Region weiter zunehmen. Die Krise droht sich weiter zu verschärfen und ihre Bewältigung noch kostspieliger zu werden – ein Preis, den weder Sudan noch die Welt tragen kann.