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Überschwemmungen in Mosambik

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Überschwemmungen in Mosambik

Fast 400.000 Menschen müssen wegen schwerer Überschwemmungen ihre Häuser verlassen.
30. Januar 2026 Auch verfügbar auf:
Mozambique. Severe floods displace nearly 400,000

Seit Jahresbeginn sind Regionen im Süden und im Zentrum des Landes von schweren Überschwemmungen betroffen. Rund 392.000 Menschen wurden dadurch vertrieben. Gleichzeitig herrscht im Norden des Landes ein Konflikt, der allein im letzten Quartal des Jahres 2025 über 300.000 Menschen zur Flucht zwang. Bereits zuvor suchten Tropenstürme, Zyklone und Dürren regelmässig die von den Überschwemmungen betroffenen Gebiete heim.

In den am stärksten betroffenen Provinzen, darunter Gaza, Maputo und Teile Zentralmosambiks, stiegen die Wasserstände rapide an. Familien hatten kaum Zeit zur Vorbereitung und flohen oft, ohne ihr Hab und Gut mitnehmen zu können. Betroffene berichten von ihrer chaotischen Flucht in höher gelegene Gebiete. Manche Kinder wurden von ihren Familien getrennt. Ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen sind in diesen Situationen besonders gefährdet.

Präventive Massnahmen und eine schnelle Reaktion von staatlicher Seite, koordiniert mit humanitären Partnern und unterstützt vom Privatsektor, haben Schlimmeres verhindert. Trotz schwieriger Bedingungen wurden fast 20.000 Menschen evakuiert.

Schätzungsweise 100.000 Menschen sind aktuell in rund 100 Notunterkünften untergekommen, wie zum Beispiel in Schulen und öffentlichen Gebäuden. Die Unterkünfte sind massiv überfüllt - was die Sicherheitsrisiken für die Betroffenen erhöht. In vielen Standorten, besonders in abgelegenen Gebieten, mangelt es für die Menschen an Privatsphäre und wichtigen Dienstleistungen. Das erschwert die Bedingungen erheblich.

Frauen und Mädchen sind erhöhten Risiken von geschlechtsspezifischer Gewalt, sexueller Ausbeutung und Missbrauch ausgesetzt. Viele benötigen dringend psychosoziale Unterstützung. Hintergrund sind wiederholte Vertreibungen nach den grossen Überschwemmungen von 2000 und 2013. Ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen haben zudem Schwierigkeiten, Hilfe zu erhalten, da die Unterkünfte nicht auf ihre Bedürfnisse ausgelegt sind.

Viele weitere Menschen sind in den am stärksten betroffenen Gebieten eingeschlossen. Beschädigte Strassen und überflutetes Gelände schneiden sie von Hilfe ab. Auch wenn die stärksten Regenfälle vorerst nachgelassen haben, bleibt der Zugang schwierig. Überflutete Strassen und zerstörte Brücken behindern humanitäre Hilfe und verzögern Leistungen. Schulen und Kliniken wurden beschädigt oder werden vielerorts als Notunterkünfte genutzt.

Gemeinsam mit Partnern unterstützt UNHCR die Regierung bei der Bereitstellung dringend benötigter Hilfe, insbesondere in der Provinz Gaza. Hilfskräfte, die sich um besondere Schutzmassnahmen kümmern, sind vor Ort, um die akutesten Risiken zu identifizieren.

Gleichzeitig werden Präventions- und Reaktionsmechanismen ausgebaut, einschliesslich psychosozialer Unterstützung. Doch die humanitäre Hilfe steht unter starkem Druck. Die Krise kommt zu den anhaltenden konfliktbedingten Vertreibungen im Norden hinzu, die die Vorräte bereits erschöpft haben. Zugangsprobleme, Finanzierungslücken und der enorme Bedarf erschweren es, die Auslastung der Unterkünfte zu stabilisieren und den Betroffenen rechtzeitig zu helfen.

Die Krise zeigt Mosambiks hohe Anfälligkeit für unterschiedliche Krisen – von Konflikten bis zu extremen Wetterereignissen. Da weitere Regenfälle erwartet werden und das Überschwemmungsrisiko hoch bleibt, ist eine Verschärfung der Situation möglich. Dringende internationale Unterstützung ist nötig, um lebensrettende Hilfe auszubauen, aufnehmende Gemeinden zu stärken und eine Verschlechterung der Lage für Vertriebene zu verhindern.

UNHCR Mosambik benötigt in diesem Jahr 38,2 Millionen US-Dollar, um den steigenden Bedarf zu decken und lebenswichtige Unterstützung für Flüchtlinge, Binnenvertriebene und aufnehmende Gemeinden sicherzustellen.