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Syrien an einem Wendepunkt: UNHCR-Chef ruft zu Solidarität auf

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Syrien an einem Wendepunkt: UNHCR-Chef ruft zu Solidarität auf

Für den Wiederaufbau ist internationale Unterstützung geboten. Rückkehr muss sicher, freiwillig und würdevoll sein, so Barham Salih.
13. August 2026
Syria. Internally displaced families continue to seek safety and support

Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, Barham Salih, hat die internationale Gemeinschaft dazu aufgerufen, die Unterstützung für Menschen aus Syrien deutlich auszuweiten. Das Land steht laut Salih an einem kritischen Punkt, angesichts der Rückkehr von immer mehr Flüchtlingen und Binnenvertriebenen.

Zum Abschluss seines einwöchigen Besuchs in Syrien forderte Salih Regierungen, Entwicklungsakteure und Geber dazu auf, die aktuelle Rückkehr-Dynamik zu berücksichtigen und den Wiederaufbau zu unterstützen. Die hohen humanitären Bedarfe müssen dabei allerdings berücksichtigt werden.

„Syrien steht an einem historischen Wendepunkt“, sagte er. „Seit Dezember 2024 sind mehr als drei Millionen Menschen aus dem Ausland oder innerhalb des Landes zurückgekehrt. Das zeigt ihren Willen zum Wiederaufbau. Doch sie stehen vor einer enormen Aufgabe und Syrien kann sie nicht allein bewältigen. Die internationale Gemeinschaft muss schnell handeln.“

Der Besuch unterstrich das Engagement von UNHCR, Syrien auf dem Weg von jahrelanger Vertreibung hin zu Wiederaufbau, Reintegration und Stabilisierung zu begleiten. In Damaskus, Idlib und Aleppo traf Salih Regierungsvertreter, vertriebene Familien, Rückkehrer und lokale Gemeinden, um von erreichten Fortschritten und bestehenden Herausforderungen zu hören.

In Damaskus sprach er mit Präsident Ahmad Al‑Sharaa, dem syrischen Außenminister und mit Mitgliedern des inter-ministeriellen Ausschusses, der die Vision vorantreibt, dass Menschen nicht in Zelten oder Camps untergebracht werden sollen.

„Ein friedliches und inklusives Syrien ist die Grundlage für einen nachhaltigen Wiederaufbau“, sagte Salih. „Die Menschen wollen das Land wieder aufbauen. Die internationale Gemeinschaft muss diese Entschlossenheit mit langfristiger Unterstützung begleiten.“

UNHCR arbeitet eng mit syrischen Behörden, UN‑Organisationen und Entwicklungsakteuren zusammen, um akute humanitäre Bedarfe zu decken und Bedingungen für nachhaltige Rückkehr zu schaffen. Dazu gehören die Instandsetzung von Unterkünften, Zugang zu öffentlichen Diensten, rechtliche und zivile Dokumentation, Unterstützung bei Wohn‑, Land‑ und Eigentumsfragen, finanzielle Unterstützung sowie Bargeldhilfe. UNHCR arbeitet zudem mit der Weltbank zusammen, um nationale Prioritäten Syriens zu unterstützen.

In Damaskus traf Salih Familien, die kürzlich aus Nachbarländern zurückgekehrt sind. Sie berichteten, wie wichtig Dokumente wie Geburtsurkunden sind, damit zum Beispiel Kinder zur Schule zu gehen und geimpft werden können. Im Lager Al‑Hijra in Idlib erklärten vertriebene Familien, dass zerstörte Häuser und fehlende Unterstützung in ihren Herkunftsorten eine Rückkehr weiterhin unmöglich machen. In Maaret Al‑Numan besuchte Salih ein Katasteramt, das UNHCR renoviert hat und das Menschen Zugang zu Grund‑ und Eigentumsdokumenten ermöglicht.

Da fast vier Millionen syrische Flüchtlinge weiterhin in der Türkei, im Libanon, in Jordanien, im Irak und in Ägypten leben, bekräftigte UNHCR seine Unterstützung für Aufnahmeländer, um Schutz zu gewährleisten und sicherzustellen, dass Rückkehr freiwillig, sicher und würdevoll erfolgt. Gleichzeitig muss in Syrien investiert werden, um Rückkehrwillige zu unterstützen. Rund 5,5 Millionen Menschen sind weiterhin innerhalb Syriens vertrieben. Rückkehr muss sicher, freiwillig und würdevoll sein, betonte Salih.