Millionen afghanische Flüchtlinge benötigen dringend wieder Hoffnung

Seit über 40 Jahren flüchten AfghanInnen vor Gewalt, Krieg, Konflikten und Naturkatastrophen. Allein 2,4 Millionen Flüchtlinge haben in Pakistan und dem Iran Zuflucht gefunden.

Bibi Ajira ist ein achtjähriges Mädchen, das in einer Siedlung am östlichen Stadtrand von Kabul lebt, die hauptsächlich von AfghanInnen bewohnt wird, die aus Pakistan zurückgekehrt sind. © UNHCR/Jim Huylebroek

UNHCR fordert die Welt auf, die Hoffnung für Millionen von vertriebenen AfghanInnen, die von mehr als vier Jahrzehnten der Konflikte in Afghanistan betroffen sind, und ihre Aufnahmegemeinschaften in der Region nicht aufzugeben.

Die pakistanische Regierung und UNHCR berufen gemeinsam ein MinisterInnentreffen in Islamabad ein, um die Welt auf das Schicksal von Millionen von AfghanInnen aufmerksam zu machen, die als Flüchtlinge leben und von denen viele glauben, dass der Rest der Welt sie bereits vergessen hat. Es liegt an uns, zu zeigen, dass das nicht der Fall ist.

Seit mehr als 40 Jahren fliehen AfghanInnen vor Gewalt, Krieg, Konflikten und Naturkatastrophen. Nachbarländer – wie Pakistan und der Iran – zeigen weiterhin bemerkenswerte Großzügigkeit, indem sie Millionen afghanischer Frauen, Kinder und Männer Zuflucht bieten. Gleichzeitig wird ihnen dafür zu wenig Anerkennung und internationale Unterstützung zuteil.

In Afghanistan leben heute 35 Millionen Menschen. Fast 25 Prozent sind ehemalige Flüchtlinge, die in den letzten 18 Jahren nach Hause zurückgekehrt sind, während mehr als eine Million Menschen innerhalb des Landes vertrieben wurde.

Rund 4,6 Millionen AfghanInnen – darunter 2,7 Millionen registrierte Flüchtlinge – leben immer noch außerhalb des Landes.  Etwa 90 Prozent von ihnen haben in Pakistan (1,4 Millionen) und dem Iran (1 Million) Zuflucht gefunden.

Momentan sind AfghanInnen auch die größte Gruppe von Asylsuchenden, die derzeit in Europa ankommt.

Trotz dieser Entwicklungen schwindet die weltweite Unterstützung für afghanische Flüchtlinge. UNHCR hat im Laufe der Jahre einen Rückgang der Finanzmittel für seine bereits finanzierten Operationen in Afghanistan, Pakistan und Iran verzeichnet. Das macht es schwierig, in die Zukunft der Region zu investieren und die betroffenen lokalen Aufnahmegemeinschaften weiter zu unterstützen.

Über eine Million afghanische Flüchtlinge, die in Pakistan und im Iran leben, sind Kinder unter 14 Jahren. Fast drei Viertel sind jünger als 25 Jahre.

Die Unterfinanzierung erschwert die Bemühungen, junge AfghanInnen im Exil auszubilden und zu fördern, um bei ihrer Rückkehr die führende Rolle beim Wiederaufbau ihrer Gemeinschaften zu übernehmen. Dadurch besteht in einer von Radikalisierung betroffenen Region ein immenses Risiko für Jugendliche ohne Bildung.

Die internationale Konferenz, die am 17. und 18. Februar 2020 stattfindet, beleuchtet die Großzügigkeit, Gastfreundschaft und Unterstützung von Pakistan, dem Iran und anderen Ländern bei der Aufnahme einer der größten und ältesten Flüchtlingsbevölkerungen der Welt.

Die Konferenz bietet auch die Gelegenheit, internationale Solidarität zu zeigen und Verantwortung neu zu verteilen. Dadurch kann der Druck auf die derzeit stark belasteten Aufnahmeländer verringert und die Voraussetzungen für die nachhaltige Rückkehr und Wiedereingliederung afghanischer Flüchtlinge in ihre Heimat geschaffen werden.

Die anhaltenden Bemühungen um Frieden in Afghanistan haben bei den afghanischen Flüchtlingen erneut Hoffnung auf eine mögliche Rückkehr geweckt. Die Konferenz wird ein wichtiges Zeichen für ihre Zukunft sein.