Weniger als 5 Prozent der benötigten Resettlement-Plätze 2018 zur Verfügung

Weltweit sind mehr Menschen denn je auf der Flucht, 2018 wurden aber nur 4,7 Prozent der benötigten Resettlement-Plätze zur Verfügung gestellt.

Eine syrische Flüchtlingsfamilie kommt am Flughafen in Lissabon im Rahmen des portugiesischen Resettlement-Programms an. ©UNHCR/José António de Oliveira Ventura

Insgesamt benötigten rund 1,2 Millionen Flüchtlingen im Jahr 2018 Resettlement, tatsächlich bekamen aber nur 55.692 die Chance auf ein neues Leben in Sicherheit und Würde. Der Begriff „Resettlement“ bezeichnet die dauerhafte Neuansiedlung besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge in einem zur Aufnahme bereiten Drittstaat, der ihnen vollen Flüchtlingsschutz gewährt und ihnen die Möglichkeit bietet, sich im Land zu integrieren.

Die größte Zahl von UNHCR unterstütztem Resettlement erfolgte aus größeren Flüchtlingsaufnahmeländern, darunter der Libanon (9.800 Flüchtlinge), gefolgt von der Türkei (9.000), Jordanien (5.100) und Uganda (4.000). 68 Prozent der für Resettlement vorgeschlagenen Flüchtlinge waren Überlebende von Gewalt und Folter, Menschen mit rechtlichen und physischen Schutzbedürfnissen sowie gefährdete Frauen und Mädchen. Im Jahr 2018 betrafen mehr als die Hälfte (52 Prozent) der übermittelten Resettlement-Fälle Kinder.

Von den insgesamt 81.310 von den Ländern bereits akzeptierten Flüchtlingen stammen die meisten Flüchtlinge aus der Arabischen Republik Syrien (28.200), der Demokratischen Republik Kongo (21.800), Eritrea (4.300) und Afghanistan (4.000). Resettlement steht nur einem Bruchteil der Flüchtlinge offen, denn in der Regel bekommen weniger als ein Prozent der 19,9 Millionen Flüchtlinge, die sich unter dem UNHCR Mandat befinden, Resettlement-Plätze.

Resettlement ist ein lebensrettendes Schutzinstrument für besonders gefährdete Flüchtlinge. Gleichzeitig ist es ein wichtiges Instrument der Solidarität und kann vor allem jene Nachbarländer von Kriegen und Konflikten entlasten, die einen Großteil der Flüchtlinge aufnehmen. Resettlement und andere Aufnahmeprogramme sind daher auch ein Hauptziel des Globalen Pakts für Flüchtlinge.

Schätzungsweise benötigen 2019 1,4 Millionen Flüchtlinge in 65 Aufnahmeländern weltweit Resettlement. Syrische Flüchtlinge, die derzeit in Ländern des Nahen Ostens und der Türkei aufgenommen wurden (43 Prozent), haben erheblichen Bedarf an Resettlement. Hohen Bedarf haben Flüchtlinge in Asyl- und Transitländern entlang der zentralen Mittelmeerroute (22 Prozent), die aktuell nach wie vor viel zu hohe Opferzahlen fordert.

Mit dem Globalen Pakt für Flüchtlinge werden Staaten aufgerufen, mehr Resettlement-Plätzte anzubieten, indem sie bestehende Programme erweitern oder neue schaffen.

UNHCR arbeitet derzeit mit Staaten und Partnern zusammen, um eine dreijährige Strategie für Resettlement und Aufnahmeprogramme zu entwickeln. Ziel ist es, mehr Resettlement-Plätze zu schaffen, mehr Länder zur Teilnahme an globalen Resettlementmaßnahmen zu ermutigen und den Zugang zu weiteren Aufnahmemöglichkeiten für Flüchtlinge zu verbessern.

Das Resettlement-Factsheet finden Sie hier und das Globale Resettelment Portal von UNHCR mit Statistiken seit 2003 finden Sie hier