Globales Flüchtlingsforum in Genf eröffnet

Am Montag hat in Genf ein dreitägiges globales Treffen begonnen, das die Art und Weise verändern will, wie die Welt auf Flüchtlingssituationen reagiert.

UN-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi trifft eine Gruppe von Flüchtlingen, die am Globalen Flüchtlingsforum in Genf teilnehmen. © UNHCR / Andrew McConnell

Das allererste Globale Flüchtlingsforum bringt Flüchtlinge, Staats- und Regierungschefs, UN-VertreterInnen, internationale Institutionen, Entwicklungsorganisationen, VertreterInnen der Zivilgesellschaft und Wirtschaft zusammen. Es findet unter anderem im Palais des Nations, dem Sitz des Büros der Vereinten Nationen in Genf statt.

UNHCR veranstaltet das Forum gemeinsam mit der Schweiz und wird von Costa Rica, Äthiopien, Deutschland, Pakistan und der Türkei unterstützt. Ziel des Forums ist es, neue Ansätze und langfristige Zusagen von verschiedenen AkteurInnen zu schaffen, um Flüchtlinge und die Gemeinden, in denen sie leben, zu unterstützen.

Weltweit sind über 70 Millionen Menschen durch Krieg, Konflikte und Verfolgung vertrieben worden. Mehr als 25 Millionen von ihnen sind Flüchtlinge, die über internationale Grenzen geflohen sind und nicht in ihre Heimat zurückkehren können.

„Hinter uns liegt ein Jahrzehnt der Vertreibung, in dem die Flüchtlingszahlen stark gestiegen sind“, so UN-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi.

„Diese Woche müssen wir beim ersten Globalen Flüchtlingsforum unsere Anstrengungen darauf konzentrieren, weitere Massnahmen zur Unterstützung von Flüchtlingen und den aufnehmenden Ländern und Gemeinschaften festzulegen. Dieses Forum ist eine Gelegenheit, unser kollektives Engagement für den Globalen Pakt für Flüchtlinge zu bestätigen und die Bestrebungen der Ziele für Nachhaltige Entwicklung zu unterstützen.“

Der Globale Pakt für Flüchtlinge ebnet allen den Weg, um Verantwortung zu übernehmen und eine wichtige Rolle einzunehmen, einschliesslich aller Regierungsebenen, des Privatsektors, der Entwicklungsagenturen und Finanzinstitutionen, der Zivilgesellschaft, der Glaubensgemeinschaften und der Flüchtlinge.

Die auf dem Forum zugesagten Beiträge werden voraussichtlich finanzielle, technische und materielle Unterstützung beinhalten. Ausserdem werden rechtliche und politische Änderungen, um eine stärkere Einbeziehung von Flüchtlingen in die Gesellschaft zu ermöglichen, Resettlement-Zusagen und die sichere Rückkehr von Flüchtlingen als Teil von Lösungen beim Forum erwartet.

„Wir brauchen mehr Unterstützung“, sagt Joelle Hangi aus der Demokratischen Republik Kongo, eine der Mitsponsoren des Forums. „Es gibt bereits viele Beispiele für Zusammenarbeit, aber angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen brauchen wir mehr Menschen, die uns ihre Unterstützung geben, mehr Regierungen, Unternehmen und Gemeinden, die die Verantwortung teilen und Flüchtlingen helfen. Auf diese Weise werden wir unsere Freiheit und Unabhängigkeit zurückgewinnen und diejenigen unterstützen, die uns geholfen haben. “

Die drei Tage mit Diskussionen, Sonderveranstaltungen und hochrangigen Dialogen in Genf werden sich auf sechs Kernbereiche konzentrieren: Bessere Verantwortungsteilung, Bildung, Zugang zu Arbeit, Energie und Infrastruktur, Dauerhafte Lösungen und Schutzmechanismen. Es wird ausserdem die Möglichkeit geben, „Good Practices“ auszutauschen, die zeigen, welche Wirkung der Globale Pakt haben kann.

Während des Forums wird auch thematisiert, wie sich humanitäre und entwicklungspolitische Massnahmen ergänzen können. Als Zeichen der immer wichtigeren Rolle des Privatsektors nehmen ausserdem mehr als 100 Unternehmen und Stiftungen teil und werden Zusagen in Bezug auf Arbeitsplätze, Finanzen und andere Hilfsleistungen verkünden.

Das Programm und weitere Details zum Global Refugee Forum finden Sie hier.

Fotos und Videomaterial vom Forum sind auf Refugees Media verfügbar.