UNHCR-Luftbrücke mit lebenswichtiger medizinischer Hilfe für den Iran

4,4 Tonnen medizinische Hilfsgüter helfen, die Ausbreitung der COVID-19-Epidemie im Iran einzudämmen. UNHCR benötigt weitere 9,5 Millionen US-Dollar zur Finanzierung von Notfallmaßnahmen und der Unterstützung des Gesundheitssystems.

Ein UNHCR-Mitarbeiter inspiziert und verpackt Hilfsgüter - darunter Seife, Einwegpapierhandtücher und Thermometer -, die zur Bekämpfung der COVID-19-Epidemie in Flüchtlingssiedlungen im Iran verteilt werden. © UNHCR/Farha Bhoyroo

UNHCR brachte am Montag, dem 23. März, etwa 4,4 Tonnen dringend benötigte medizinische Hilfsgüter, darunter auch Hilfsgüter zur Bekämpfung der COVID-19-Epidemie, per Flugzeug in den Iran.

Der Airbus A330-200 startete in Frankfurt und traf um 17.40 Uhr (MEZ) auf dem Imam Khomeini Flughafen in Teheran ein. Das Flugzeug lieferte Masken, Handschuhe und wichtige Medikamente, die dabei helfen sollen, den Engpässen im iranischen Gesundheitssystem entgegenzuwirken. In den kommenden Wochen sind weitere Flüge zum Transport von Hilfsgütern, Medikamenten und Schutzausrüstungen für das Gesundheitspersonal geplant.

Es gibt fast eine Million Flüchtlinge im Iran, welche dieselben Gesundheitsdienste wie die restliche Bevölkerung nutzen können und Zugang zum nationalen Gesundheitssystem haben. Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen haben jedoch Mühe, die stark steigende Zahl von Personen, die dringende Hilfe benötigen, zu versorgen.

„Diese Hilfsgüter sind ein wichtiger Rettungsanker zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung im Iran, der den Flüchtlingen und ihren Gastgebern zugutekommt“, sagte Ivo Freijsen, UNHCR-Vertreter im Iran. „Wir zeigen uns dem iranischen Volk gegenüber solidarisch und stehen bereit, um die Ausbreitung von COVID-19 einzudämmen und die Auswirkungen auf die Schwächsten, darunter auch Flüchtlinge, abzuschwächen“, fügte er hinzu.

Das Virus hat sich nun auf alle 31 Provinzen des Irans ausgebreitet. Die Flüchtlinge, von denen die Mehrzahl Seite an Seite mit den Aufnahmegemeinschaften in Dörfern, Städten und Gemeinden lebt, sind dem gleichen Risiko ausgesetzt, sich mit COVID-19 zu infizieren wie die Iraner.

Bereits in der Anfangsphase der Epidemie verteilte UNHCR in Abstimmung mit der iranischen Regierung grundlegende Hygieneartikel wie Seife und Einwegpapierhandtücher an etwa 7.500 Flüchtlingsfamilien, die in Flüchtlingssiedlungen im ganzen Land leben. Auch an Partnerorganisationen der Regierung und NGOs, die in der Flüchtlingshilfe tätig sind, wurden Hilfsgüter verteilt.

UNHCR arbeitet weiterhin eng mit dem iranischen Büro für Ausländer- und Einwanderungsangelegenheiten, dem Gesundheitsministerium, UN-Organisationen, einschließlich der WHO, und nationalen und internationalen NGO-Partnerorganisationen zusammen, um Flüchtlinge und Aufnahmegemeinschaften für die wichtigsten Präventionsmaßnahmen zu sensibilisieren.

„Wir sind unseren Spendern dankbar, insbesondere dem Europäischen Amt für humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz, die den Iran und die UN-Organisationen in diesem entscheidenden Moment rasch unterstützen“, sagte Freijsen.

Weltweit bemüht UNHCR sich dringend um die Bereitstellung von vorerst 33 Millionen US-Dollar, um die Vorbereitungs-, Präventions- und Reaktionsmaßnahmen zur Deckung des unmittelbaren Gesundheitsbedarfs von Flüchtlingen und Aufnahmegemeinschaften, der durch die weltweite Verbreitung von COVID-19 ausgelöst wurde, zu verstärken. Im Iran benötigt UNHCR dringend 9,5 Millionen US-Dollar zur Finanzierung von COVID-19-Notfallmaßnahmen und der Unterstützung des nationalen Gesundheitssystems, zu dem Flüchtlinge Zugang haben.