1,35 Milliarden US-Dollar für venezolanische Flüchtlinge, MigrantInnen und Aufnahmeländer benötigt

UNHCR und IOM haben gemeinsam einen neuen Regionalplan für venezolanische Flüchtlinge und MigrantInnen gestartet, der auch ihre Aufnahmeländer weiter unterstützen soll.

UNHCR und IOM haben gemeinsam einen neuen Regionalplan für venezolanische Flüchtlinge und MigrantInnen gestartet, der auch ihre Aufnahmeländer weiter unterstützen soll.

UNHCR und IOM (Internationale Organisation für Migration) starten einen Regionalplan in Höhe von 1,35 Milliarden US-Dollar, um den wachsenden humanitären Bedürfnissen venezolanischer Flüchtlinge und MigrantInnen in Lateinamerika und der Karibik sowie den Aufnahmegemeinschaften gerecht zu werden.

Mit Stand von Anfang November 2019 gibt es weltweit rund 4,6 Millionen Flüchtlinge und MigrantInnen aus Venezuela. Fast 80 Prozent befinden sich in lateinamerikanischen und karibischen Ländern – ohne Aussicht auf eine kurz- bis mittelfristige Rückkehr. Wenn sich der aktuelle Trend fortsetzt, könnten sich bis Ende 2020 6,5 Millionen VenezolanerInnen ausserhalb ihres Landes befinden.

Der 2020 „Regional Refugee and Migrant Response Plan“ (RMRP), der in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá gestartet wird, ist ein Instrument zur Koordinierung und Mittelbeschaffung, das von 137 Organisationen entwickelt und umgesetzt wird. Diese arbeiten in der gesamten Region mit dem Ziel, fast vier Millionen Menschen – darunter venezolanische Flüchtlinge und MigrantInnen sowie Aufnahmegemeinschaften – in 17 Ländern zu erreichen.

Der „Regional Refugee and Migrant Response Plan“ ist das Ergebnis eines umfassenden vor Ort durchgeführten Konsultationsprozesses, an dem sowohl die Regierungen der Aufnahmeländer, die Zivilgesellschaft, religiöse Organisationen als auch lokale Gemeinschaften und PartnerInnen sowie Flüchtlinge und MigrantInnen selbst beteiligt sind.

Der Plan umfasst Massnahmen in neun Schlüsselbereichen: Gesundheit, Bildung, Nahrungssicherheit, Integration, Schutz, Ernährung, Unterbringung, Hilfsgüter und humanitäre Transporte, und Wasser und Hygiene. Neben der Soforthilfe legt der Plan einen starken Schwerpunkt auf die Sicherstellung der sozialen und wirtschaftlichen Inklusion von Flüchtlingen und MigrantInnen.

„Nur durch einen koordinierten Ansatz können wir auf die Bedürfnisse, die sich durch die schwierige Situation weiter verstärken, wirksam eingehen“, sagt Eduardo Stein, gemeinsamer Sonderbeauftragter des UNHCR-IOM für venezolanische Flüchtlinge und MigrantInnen. „Zu diesem Zweck ist der RMRP-Aufruf für 2020 eines der wichtigsten Instrumente, um Ressourcen für gemeinsame Massnahmen zu mobilisieren.“

„Trotz vieler Bemühungen und Initiativen ist die Dimension des Problems grösser als die momentanen Kapazitäten. Daher ist es notwendig, dass die internationale Gemeinschaft diese Anstrengungen verstärkt, um den Ländern und internationalen Organisationen bei der Reaktion auf die Krise zu helfen“, so Stein. „Es ist mehr Unterstützung für die Regierungen erforderlich, wobei neben dem unmittelbaren humanitären Bedarf der Schwerpunkt auf entwicklungspolitischen Themen liegen sollte.“

Der RMRP 2020 ist das Produkt der „Regional Interagency Coordination Platform“, dem Koordinierungsmechanismus für die Situation in Venezuela. Er wird von UNHCR und IOM gemeinsam durchgeführt, ausserdem sind viele weitere Organisationen der Vereinten Nationen, Nichtregierungsorganisationen und die Zivilgesellschaft beteiligt.

Der Plan ist auf dem R4V.info-Portal verfügbar.