Tausende Flüchtlinge der Zentralafrikanischen Republik kehren aus der DR Kongo nach Hause zurück

Das erste freiwillige Rückkehrprogramm ermöglicht Hunderttausenden die Rückkehr in die Zentralafrikanische Republik.

Guilaine Alaya, 33 Jahre, zeigt auf Bangui, die Hauptsadt der Zentralafrikanischen Republik. Sie kehrt nach ihrer Flucht vor sechs Jahren zum ersten Mal dorthin zurück. © UNHCR/Adrienne Surprenant

UNHCR half am Donnerstag (21. November) Hunderten Flüchtlingen, die derzeit in der Demokratischen Republik Kongo leben, in die Zentralafrikanische Republik zurückzukehren. Damit wurde das erste freiwillige Rückkehrprogramm aus der DR Kongo für rund 172.000 Menschen, die seit 2013 gewaltsam aus der Zentralafrikanischen Republik vertrieben wurden, gestartet.

Rund 400 Flüchtlinge sind in einer ersten Etappe vom Flüchtlingslager Mole in Richtung Zongo, einer Stadt in der Provinz Sud Ubangi im Norden der Demokratischen Republik Kongo gereist und danach per Boot nach Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik.

Die Mehrheit der Flüchtlinge lebte seit mehreren Jahren in der Demokratischen Republik Kongo, nachdem die Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik sie zur Flucht ins Nachbarland gezwungen hat.

Der Start des Programms zur freiwilligen Rückkehr ist die Folge einer Vereinbarung zwischen UNHCR und den Regierungen der Demokratischen Republik Kongo und der Zentralafrikanischen Republik, die im Juni 2019 unterzeichnet wurde.

Seit dem Abkommen haben sich rund 4.000 Menschen für das Programm angemeldet, die bis Ende 2019 durch Unterstützung des Programms in ihre Heimat zurückkehren möchten. Einige Flüchtlinge haben ihre Rückkehr auch selbst organisiert. UNHCR wird 25.000 Menschen bis Ende 2020 sukzessiv durch dieses Programm unterstützen.

Für viele Menschen waren die Verbesserung der Sicherheitslage in ihren Herkunftsgebieten und das Friedensabkommen zwischen der Regierung der Zentralafrikanischen Republik und bewaffneter Gruppen die Hauptgründe, wieder in die Zentralafrikanische Republik zurückzukehren.

Vor ihrer Rückkehr hatten Flüchtlingsvertreter ihre Herkunftsgebiete besucht, um sich über vorhandene Verwaltungs- und Sicherheitsbehörden sowie humanitäre und Entwicklungsorganisationen zu vergewissern.

Rückkehrenden Flüchtlingen werden Transportmöglichkeiten und Pakete bestehend aus Bargeld und grundlegenden Haushaltsgegenständen zur Verfügung gestellt, um ihnen die Rückkehr in die Zentralafrikanischen Republik zu erleichtern.

UNHCR unterstützt auch ihre Reintegration, indem es den Erwerb von zivilen Dokumenten und Schulabschlüssen unterstützt. Ausserdem wurden in einigen der Rückkehrgebiete Klassenzimmer gebaut.

Da etwa die Hälfte der zurückkehrenden Flüchtlinge Bauern sind, hat ihnen die Regierung der Zentralafrikanischen Republik Ackerland zur Verfügung gestellt, um ihre eigenen Lebensmittel anzubauen und für ihre Familien zu sorgen. UNHCR arbeitet auch mit den Justizbehörden zusammen, um die Rückgabe von Eigentum zu erleichtern.

Die Zentralafrikanische Republik braucht jedoch mehr Unterstützung bei ihren Bemühungen um einen besseren Zugang zu medizinischer Grundversorgung, Bildung und anderen sozialen Diensten.

Fast 600.000 Flüchtlinge aus der Zentralafrikanischen Republik leben in der Demokratischen Republik Kongo und anderen Nachbarländern, während eine gleichgrosse Zahl innerhalb des Landes vertrieben wurde. Die freiwillige Rückkehr basiert auf individuellen Entscheidungen der Flüchtlinge.

Für diejenigen, die sich bei einer Rückkehr unsicher fühlen, muss weiterhin Schutz in den Aufnahmeländern geboten werden.