UNHCR begrüßt Bemühungen zur Aufnahme von Schutzsuchenden aus Griechenland

Afghanische Asylsuchende, die in einem behelfsmäßigen Lager neben dem Aufnahme- und Identifizierungszentrum in Moria auf der griechischen Insel Lesbos leben. ©UNHCR/Achilleas Zavallis

Angesichts der verzweifelten Lage von Schutzsuchenden in den Aufnahmezentren auf den griechischen Inseln, begrüßt UNHCR die Vorstöße von deutschen Politikerinnen und Politikern, Städten und Gemeinden, der Zivilgesellschaft und der Kirchen. „Die Lebensbedingungen für die Menschen auf den griechischen Inseln sind erschreckend und beschämend. Gleichzeitig sind die vielen Initiativen in Deutschland Ausdruck einer erheblichen Aufnahme- und Hilfsbereitschaft“, sagte der Leiter der Rechtsabteilung von UNHCR in Deutschland, Dr. Roland Bank.

Auf den griechischen Inseln harren nach aktuellen Zahlen rund 42.000 Schutzsuchende aus. Viele leben in kleinen Zelten, sind Kälte und Regen ausgesetzt und haben kaum Zugang zu Heizung, Strom oder warmem Wasser. Die hygienischen Bedingungen sind kritisch und führen zu Krankheiten, für deren Behandlung das Personal fehlt. Insbesondere Schwangere, junge Mütter, alte Menschen und Kinder sind enormen Risiken ausgesetzt, die oft gravierender sind als in vielen anderen Flüchtlingssituationen. Ein Drittel der Menschen auf den Inseln sind Kinder und Jugendliche. Davon sind 60 Prozent jünger als zwölf Jahre. Vielen von ihnen sind allein und auf sich selbst gestellt.

„In dieser kritischen Situation kann Deutschland vorangehen, eine substanzielle Zahl von Schutzsuchenden aufnehmen und so helfen, Griechenland zu entlasten“, fügte Dr. Bank hinzu. „Das wäre nicht nur eine dringend gebotene humanitäre Geste an Menschen in Not, sondern auch ein wichtiges politisches Signal an andere Staaten, in einer Zeit, in der der Flüchtlingsschutz immer weiter unter Druck gerät.“

 

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